[Healthcare, Pharma, Chemicals-Information vom 18. Juli 2019] Textilchemikalien kommen in jeder Phase der Textilherstellung zum Einsatz; von der Vorbereitung des Fadens bis zur Veredelung des fertigen Textils. Dies macht die Endprodukte nicht nur für die Mode- und Textilindustrie unverzichtbar, sondern auch für Bausektor, medizinische Anwendungen und Rüstungsindustrie. Während die meisten Textilchemikalien den Produktionsprozess unterstützen und aus dem fertigen Textil wieder herausgewaschen sind, verbleiben Veredelungschemikalien und Farbstoffe im jeweiligen Endprodukt. Laut Credence Research machen Färbe- und Schlichtchemikalien bei Textilchemikalien ca. 25 % des weltweit erwirtschafteten Umsatzes von rund 22 Mrd. € aus. Es folgen Veredelungsmittel mit ca. 21 % des globalen Umsatzes, Farbstoffe und Additive mit ca. 20 % und Tenside mit ca. 18 %. Auf der Herstellerseite ist der Markt immer noch sehr fragmentiert. Die drei größten Anbieter teilen ca. 30 % des Gesamtmarkts unter sich auf. Speziell in Asien gibt es sehr viele kleinere Hersteller. Einige Chemiekonzerne wie LANXESS und BASF haben ihre Sparten in den letzten Jahren verkauft und sich aufgrund von strategischen Überlegungen und mangelnden Synergien auf andere Märkte konzentriert. Neben großen Herstellern wie DuPont, Huntsman, Wacker und Evonik sind heute auf dem europäischen Markt auch Archroma, TANATEX, Zschimmer & Schwarz, Rudolf Chemie und Bozzetto bedeutende Anbieter.

Globales Wachstum wird aus Asien getrieben

Während mittelständische Wettbewerber möglichst ein Komplettsortiment von Textilchemikalien anbieten, konzentrieren sich die großen Konzerne auf Produkte, die Synergien mit ihrem sonstigen Portfolio ermöglichen. Unabhängig von der Größe hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Produktion von klassischen Textilchemikalien für die Modeindustrie mehr und mehr nach Asien verlagert. Denn dort sitzen die meisten Abnehmer. So ist China für ca. 67 % der globalen Faserproduktion verantwortlich, während Westeuropa und die USA jeweils nur ca. 4 % des Gesamtmarkts ausmachen. Für die Chemieproduzenten kommt hinzu, dass strenge Umweltregularien der EU die Hersteller auf der Kostenseite stark belasten, sodass Standardprodukte vermehrt im Nicht-EU-Ausland hergestellt werden. Die höchsten Wachstumsraten erwartet die IKB bei Chemikalien für Kleidung, Wohntextilien, Bodenbeläge und technische Textilien. Diese Entwicklung wird getrieben durch höhere verfügbare Einkommen in Schwellenländern und ein erhöhtes Modebewusstsein der jüngeren, in Städten lebenden Generationen.

Nachhaltigkeit vor allem in westlichen Industrienationen ein Thema

Zahlreiche Bekleidungshersteller und Unternehmen der Textilwertschöpfung haben sich seit 2011 der globalen Allianz „Zero Discharge of Hazardous Chemicals“ (ZDHC) angeschlossen. Diese Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, den Einsatz von gesundheits- und umweltgefährdenden Chemikalien in der Textilindustrie auf null zu senken. So wollen die Produzenten frühzeitig kostspieligen Regularien entgegenwirken und die Wahrnehmung der Branche in Bezug auf Nachhaltigkeit verbessern. Der Sektor steht global im Fokus von Regierungen und NGO und auch Markenhersteller von Textilien setzen verstärkt auf Nachhaltigkeitsthemen. „Reduce, Reuse, Recycle“-Slogans prägen derzeit viele Werbekampagnen von Bekleidungsfirmen. Vor allem perfluorierte Kohlenstoffverbindungen, blei- oder arsenhaltige Azofarbstoffe, Lösungsmittel und Schwermetallreste sind in der jüngeren Vergangenheit von regulatorischer Seite angegangen worden. Heute drängen deshalb neue Anbieter in Deutschland und anderen Industrienationen auf den Markt und versuchen mit schnellen, umweltverträglicheren Produktinnovationen zu punkten und Wachstum zu generieren.

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