Spielwaren – neue Wege ins Kinderzimmer

[Consumer & Retail-Information vom 20. Dezember 2018]  Im deutschen Spielwarenmarkt werden voraussichtlich auch in 2018 ähnlich wie in den beiden Vorjahren ca. 3,1 Mrd. € umgesetzt. Abhängig vom aktuellen Weihnachtsgeschäft – der Advent ist mit einem Umsatzanteil von ca. 40 % des Jahresergebnisses maßgeblich – geht die IKB von einem leichten Umsatzplus von bis zu 1 % aus, begleitet von der Verschiebung zugunsten elektronischer Produkte. Die weiterhin gute Wirtschafts- und Beschäftigungslage sowie die sich erholende Geburtenrate werden den deutschen Spielwarenhandel auch 2019 positiv beeinflussen.

Die Vertriebswege von Gaming-Produkten

Quelle: Marktmedia, NoceanZ, Branchen-Monitor

 

Online-Handel weiterhin auf Siegeszug

Vor dem Hintergrund dieser aktuell stabilen Rahmenbedingungen haben sich allerdings wesentliche Veränderungen in den Absatzkanälen ergeben, wobei der Online-Handel seinen Siegeszug kontinuierlich fortsetzt. Die IKB erwartet alleine in diesem Jahr ein Plus von ca. 5 % im Internet-Handel mit Spielwaren, der – nimmt man die Online-Kanäle der stationären Fachhändler hinzu – auf einen Marktanteil von bereits ca. 40 % angewachsen ist.

Laut aktuellem „Branchen-Monitor Consumer Electronics | Informationstechnologie 2019“ von Marketmedia 24, der Anfang Januar 2019 erscheint, hat der Online-Vertriebskanal die Fachmärkte bereits als Hauptabsatzkanal überholt.

Differenziert nach Ziel- und Lifestylegruppen ist das Internet bei Gaming-Produkten in den verschiedenen Alterskategorien – ausgenommen Senioren – mittlerweile der dominante Absatzkanal. Haushalte mit Kindern schätzen naturgemäß nach wie vor das Einkaufserlebnis im Fachhandel und Haushalte mit höheren Einkommen sowie sogenannte „Luxus-Consumer“ haben ebenfalls noch eine etwas höhere Präferenz für den Fachmarkt und den spezialisierten Fachhandel. Der Online-Handel versucht aber auch diese anspruchsvolle Zielgruppe mittels Individualisierungs- und Personalisierungsmaßnahmen für sich zu gewinnen.  

Multichannel als Antwort des stationären Spielwarenfachhandels

Da Kunden auf vielen Kanälen gleichzeitig Informationen einholen, Preise vergleichen und Produkterlebnisse sammeln, bleibt es eine entscheidende Aufgabe für den Spielwarenfachhandel, seine potenziellen und bestehenden Kunden parallel über unterschiedliche Kanäle anzusprechen und darüber hinaus ein nahtloses Einkaufserlebnis zu kreieren, bei dem es möglichst keine Wahrnehmungsunterschiede in punkto Service, Qualität und Preis gibt, damit der Kunde schließlich nicht bei einem „reinen Online-Player“ kauft.