[Rohstoffpreis-Information – Ausgabe 03/19]

Die Weltrohstoffpreise zogen auf Dollarbasis im Februar um 3 % an. Infolge des stärkeren US-Dollar stiegen die Preise in Inlandswährung um 3,6 % an. Für den Wechselkurs des US-Dollar zum Euro sehen wir bis Jahresmitte eine Bewegung zwischen 1,10 und 1,14 US-$/€. 

Die folgenden Seiten beschreiben die Entwicklungen für einzelne Rohstoffe. Wir weisen explizit darauf hin, dass es bei metallischen Rohstoffen, abweichenden Legierungen sowie sonstigen Kunststoffsorten zu anderen Preisbewegungen kommen kann. Zudem beobachten wir bei einigen Rohstoffarten größere regionale Preisabweichungen.

 

Stahlpreise

Nachdem die Weltrohstahlproduktion 2018 um 4,5 % zugelegt hatte, expandierte diese im Januar 2019 um 1 %. Für das Gesamtjahr sehen wir jedoch nur einen Zuwachs von 0,5 %. Das Produktionsniveau in Europa sank deutlich, während es in Nordamerika kräftig anzog. In der Türkei musste zu Jahresanfang infolge der geo-politischen Effekte ein Einbruch von fast einem Fünftel hingenommen werden. Allerdings sehen wir infolge der schon deutlich höheren Rohstoffbezüge im Februar eine Besserung. In Deutschland erwarten wir im Gesamtjahr eine Tonnage von rund 43,5 Mio. t. Der Absatz im Inland fiel infolge des Austauschs einer Stranggussanlage bei einem Anbieter geringer aus. Nach Beendigung der Arbeiten im Februar sollte das Produktionsniveau wieder anziehen. Umlenkungen von Lieferungen, die ursprünglich für den US-Markt bestimmt waren, stellen ein potenzielles Absatzrisiko dar.

Im Durchschnitt des Februars 2019 zogen die Schrottpreise um 5 bis 10 €/t an. Die türkischen Abnehmer orderten in der ersten Monatshälfte deutlich mehr, was höhere europäische Exportpreise zur Folge hatte und letztendlich auch die höheren Inlandspreise stützte. Einzelne Stahlwerke planen im März temporäre Stillstände von Öfen, was einen geringeren Schrottbedarf impliziert. Allerdings ist auch das Aufkommen bei Neuschrotten aus der Automobilindustrie knapp, Altschrotte fallen jahreszeitüblich ebenfalls in geringerem Umfang an. Die Eisenerz-Spotpreise zogen um über 10 US-$/t an. Grund war u. a. der Dammbruch bei Vale in Brasilien. Die brasilianische Regierung hat Auflagen verkündet, deren Umsetzung bis 2021 geht. Bis Ende April sollten noch leichte Anhebungen der Schrottpreise möglich sein.

Der Anstieg der Spotmarktpreise für Eisenerz frei China von über 10 US-$ je t dürfte für längere Zeit Bestand haben, da die nun notwendigen Investitionen die Förderkosten erhöhen. Die europäischen Rohstahlpreise entwickelten sich divergierend: Die Preise für Warmbreitband gaben im Durchschnitt um 15 €/t nach. Auch die Verzinkten Bleche reduzierten sich trotz des gestiegenen Zinkpreises im gleichen Umfang. Walzdraht blieb dagegen weitgehend stabil. Bei den europäischen Stahlpreisen erwarten wir ein leichtes Anziehen im zweiten Quartal 2019. Zum einen stützen kleinere Stillstände die Preise, zum anderen werden auch mittelfristig die höheren Erzpreise durchschlagen. Infolge der US-Einfuhrzölle auf Stahl für ausländische Lieferungen gehen wir weiter davon, dass Lieferanten versuchen werden, ihre Lieferungen nach Europa auszuweiten. Es besteht unverändert Bedarf für die von der EU ergriffenen Schutzmaßnahmen.

 

Legierungsmetallpreise: Nickel, Chrom, Molybdän

Der starke Anstieg der Rostfrei-Produktion im Jahr 2018 dürfte einen Nickelverbrauchszuwachs auf 2,35 Mio. t bewirkt haben, welcher 2019 auf 2,45 Mio. t anzieht. Gleichwohl dürfte es zu Angebotsdefiziten von 150.000 t (2018) bzw. 50.000 t (2019) kommen. Der Abbau der Nickel-Lagerbestände an der LME ist auf knapp 197.000 t Ende Februar 2019 weitergegangen. Zudem befinden sich nur noch 11.000 t an der SHFE. Der höhere Bedarf resultiert primär aus der Produktion von rostfreiem Stahl sowie zukünftig auch aus dem Einsatz in Nickel-Ionen-Batterien. Zuletzt belasteten Sorgen um Lieferstörungen bei Vale nach einem Dammbruch. Derzeit versucht die brasilianische Regierung, stärkere Sicherheitsmaßnahmen durchzusetzen, die zu temporären Lieferunterbrechungen führen könnten. Wir sehen den Nickelpreis bis Ende Juni 2019 in einem Band von 2.500 US-$ um 13.000 US-$/t.

Im Zuge der Ausweitung der globalen Rostfrei-Produktion steigt auch der Bedarf an Ferrochrom. Im Gesamtjahr 2018 dürfte es jedoch trotz temporärer Produktionsrückgänge (u. a. in Indien und China) zu einem Überangebot gekommen sein. Auch 2019 könnte es einen erneuten Angebotsüberschuss geben. Für das erste Quartal 2019 wurde der europäische FeCr-Benchmarkpreis nochmals niedriger vereinbart: Er sank auf 1,12 US-$/lb und damit um 10 ct unter das Niveau des Vorquartals. Aktuell existieren Stromversorgungsprobleme in Südafrika, welches für die Hälfte der Chromproduktion steht. Wir prognostizieren für den Ferrochrompreis bis Mitte 2019 eine Bewegung um 11,50 US-$/kg Reinchromgehalt. Zudem erwarten wir einen höheren Benchmark-Preis für das zweite Quartal 2019, was auch entsprechend auf die damit verbundenen Preise durchschlagen dürfte.

Das Jahr 2018 hat nach ersten Erhebungen einen weiteren Anstieg der weltweiten Molybdänproduktion von rund 3 % gebracht, für 2019 wird ein erneuter Zuwachs gesehen. Allerdings legte auch die globale Molybdännachfrage zu. Impulse kamen aus der Rostfrei-Produktion, dem Eisenguss und von Super-Alloys. Zudem zog die Investitionstätigkeit in der Öl- und Gasexploration, die ein Sechstel des Verbrauchs abnimmt, an. Derzeit sind keine größeren neuen Minenkapazitäten mit Molybdän als Kuppelprodukt in der Erschließung. Für die nächsten Jahre ist eine eher knappe Marktversorgung zu erwarten, die auch neue Minenprojekte notwendig macht. Dies gilt umso mehr, sollte der Markt 2019 mit einem Angebotsdefizit schließen. Vorerst sehen wir bis Ende Juni 2019 den Ferromolybdänpreis bei rund 28,50 US-$/kg mit einer Bandbreite von 5,00 US-$ je kg.  

 

Preise Rostfreier Stahl

In den ersten drei Quartalen 2018 expandierte die globale Produktion von rostfreiem Edelstahl um 10 %. Alle Regionen zeigten Zuwächse: Während der Ausstoß in Europa und den USA nur leicht zulegte, erhöhte China seine Erzeugung um 8,5 %. Vor allem zog das übrige Asien kräftig an. Neue Kapazitäten in Indonesien sind nun im vollen Einsatz und geben entsprechend starke Impulse, wie auch die Wiederbelebung in Russland. Weltweit dürfte 2018 ein Zuwachs der Produktion auf mindestens 51,5 Mio. t erfolgt sein. China wird seine dominierende Position mit einem Marktanteil von über 50 % weiter ausbauen. Um 2019 weiter zu wachsen, ist China auf die Lieferungen mit indonesischem bzw. philippinischem Nickel Pig Iron angewiesen. Allerdings wird die Erzeugung durch neue Umweltauflagen teurer. In Deutschland sehen wir nur ein unterdurchschnittliches Produktionswachstum.

Rostfreie Edelstähle des Typs 1.4301 bestehen zu rund 10 % aus Nickel und 18 % aus Chrom. Daher bestimmt deren Preisentwicklung die Preise für diese Güten. Die höheren Nickelnotierungen wurden zum Teil von dem gesunkenen Ferrochrom-Benchmarkpreis kompensiert und hatten leicht niedrigere Legierungsmetallzuschläge zur Folge. Die Basispreise gaben im Verlauf des Februar 2019 um 2 % nach. Allerdings dürften diese in den nächsten drei Monaten leicht anziehen und den Rückgang des Februar kompensieren. Bei einer weiter festen Edelstahlnachfrage sehen wir deshalb für die Basispreise von Flachstahl bis Mitte 2019 eine Preisbewegung um 1.000 € je t. Hinzuzurechnen sind jedoch die Legierungszuschläge, welche im Februar 2019 im Vergleich zum Dezember zwischen 5 und 20 €/t je Sorte niedriger ausfallen.

Edelstähle des Typs 1.4401 enthalten rund 12 % Nickel, 17 % Chrom sowie etwa 2 % Molybdän. Auch hier folgen die Preise der Entwicklung dieser Legierungsmetalle. Trotz der zuletzt höheren Nickelnotierungen ermäßigten sich ebenfalls die Legierungszuschläge aufgrund der niedrigeren Ferrochrom- und Ferromolybdännotierungen. Für Lieferungen im März 2019 liegen diese durchschnittlich um rund 35 €/t unter dem Niveau des Dezemberwerts. Die Nachfrage der Güten 1.4401 im Jahr 2019 sollte weiter von der positiven Entwicklung im Maschinen- und Anlagenbau profitieren, obwohl im laufenden Jahr der Zuwachs im Vergleich zu 2018 geringer ausfällt. Zudem ist vorerst nicht von einer Eskalation des Handelskrieges zwischen den USA und China auszugehen. Für die Basispreise sehen wir bis Mitte 2019 bei Warmbreitband ein Preisniveau um 1.400 € je t zuzüglich der Legierungszuschläge.

 

Aluminiumpreise

Nachdem die weltweite Primäraluminiumproduktion 2018 um 1,5 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen war, prognostizieren wir für 2019 eine leicht höhere Erzeugung von rund 64,8 Mio. t sowie weitere 11 Mio. t Recyclingaluminium. China hat im Januar 2019 eine etwas geringere Produktion infolge von Abschaltungen um das Chinesische Neujahrsfest ausgewiesen. Im übrigen Asien erfolgte ein Anstieg (+1 %). In Europa insgesamt war eine geringere Produktion zu beobachten. In Nordamerika stabilisierte sich die Erzeugung nach Jahren hoher Einbrüche, während sie in Lateinamerika nochmals um ein Viertel geringer ausfiel. Die Aussichten in allen relevanten Abnehmerbereichen sind weiter positiv: Der Trend zum Leichtbau in der Automobilindustrie, der Luftfahrtindustrie sowie die Baubranche in Kontinentaleuropa sichern weiterhin einen Absatzanstieg.

Die Lagerbestände von Primäraluminium an der LME gingen seitwärts: Diese betragen nun 1,22 Mio. t. An der SHFE liegen die Bestände nach dem Chinesischen Neujahr bei rund 747.000 t. In den Lagern der Comex dagegen befinden sich nur 6.800 t. Damit ist eine gute Versorgung gegeben. Die LME-Bestände an Recyclinglegierungen machen lediglich 8.800 t aus. Die Vorräte entsprechen unverändert dem Gesamtverbrauch (Primär- und Recyclingaluminium) von gut 9 Tagen. Der Aufbau weiterer Kapazitäten für Recyclingaluminium sichert die langfristige Versorgung. Im Verlauf der ersten Jahreshälfte 2019 dürfte sich der Lagerabbau bei Primäraluminium weiter fortsetzen. Die US-Zölle auf Aluminiumeinfuhren haben das dortige Inlandspreisniveau erhöht, zumal einige Verarbeiter Windfall Profits eingefahren haben.

Nach der hohen Volatilität der Primäraluminiumpreise im bisherigen Jahresverlauf 2019 bewirkte die endgültige Aufhebung der US-Sanktionen gegenüber dem russischen Produzenten Rusal eine Entspannung. Für 2019 zeichnet sich infolge einer stabilen physischen Nachfrage ein Angebotsdefizit ab, denn trotz verhaltener Automobilkonjunktur zieht der Aluminiumeinsatz im Pkw an. Die investive Nachfrage reduzierte sich kräftig: Die Zahl der Handelskontrakte sank im Verlauf des Februar um 30 %. Bis Mitte 2019 erwarten wir weiter eine Preisbewegung für Primäraluminium um die Marke von 2.100 US-$ je t in einem Band von +300 US-$ je t. Die Notierung von Recyclingaluminium an der LME dürfte sich dagegen um rund 500 US-$ je t unter diesen Werten bewegen. Zum Jahresende 2019 sehen wir höhere Notierungen.

 

Zink- und Bleipreise

Die Zink-Lagerbestände an der LME betrugen Ende Februar 2019 noch gut 65.000 t. Damit haben sich diese in den letzten drei Monaten fast halbiert. Der Lagerbestand an der SHFE erhöhte sich auf 113.000 t, derjenige an der Comex liegt unter 3.000 t – somit sind letztere vernachlässigbar. Die Bestände entsprechen dem Verbrauch von rund 4,5 Tagen. Insgesamt ist die Versorgung sehr knapp. Im Jahr 2018 hatte sich ein Angebotsdefizit von über 370.000 t ergeben. Die Bleivorräte an der LME liegen bei 77.000 t, die Bestände an der SHFE machen gut 29.000 t aus. Die Vorräte an der Comex sind mit 750 t weiterhin unbedeutend. Das absolute Niveau der Bleivorräte entspricht dem Verbrauch von gut 3 Tagen. Damit ist die Versorgungssituation bei Blei sehr eng. Der Markt schloss 2018 mit einem Defizit von 100.000 t ab.

Nach einem kräftigen Schlussquartal stieg die Zinkminenproduktion 2018 um 2 %. Die Hochlaufphase etlicher neuer Minenkapazitäten hatte sich länger als erwartet hingezogen. Für 2019 ist jedoch ein Zuwachs von bis zu 6 % realistisch. Die Raffinadeproduktion stagnierte 2018, dürfte im Jahr 2019 aber um rund 2 % zulegen. Der Verbrauch lag knapp auf Vorjahresniveau, was vor allem in einem leichten Rückgang in China und der Türkei begründet war, während andere Verbrauchsregionen zulegten. Impulse erhält Zink primär von verzinkten Blechen und der Zinkchemie. 2019 dürfte der globale Bedarf um 3 % anziehen, was mit einem Angebotsdefizit von 100.000 t einhergeht. Wir prognostizieren für den Zinkpreis bis Mitte 2019 weiter eine Bewegung um eine Marke von 2.800 US-$/t mit einer Schwankungsbreite von 500 US-$.

Die Bleiminenproduktion sank im Gesamtjahr 2018 um 1,2 %. Heute stammen jedoch 60 % der gesamten Bleiproduktion aus Recyclingmaterial. Die Raffinadeproduktion zog 2018 um 0,2 % an: Es wurden 11,64 Mio. t erreicht, 2019 werden es gut 11,8 Mio. t sein. Der Verbrauch wuchs 2018 ebenfalls um 0,2 % auf 11,7 Mio. t, wobei die USA und Japan leichte Rückgänge hinnehmen mussten. Dagegen blieb der Einsatz in Europa stabil. Für 2019 erwarten wir einen kleinen Verbrauchsanstieg auf 11,8 Mio. t. Neben neuen Anwendungen wie Energiespeicherung bestimmt auch weiter die Nachfrage aus der Batterieproduktion den Bedarf. Insgesamt gehen wir davon aus, dass der Markt 2019 weitgehend balanciert abschließen wird. Daher sehen wir für den Bleipreis bis Mitte 2019 eine Bewegung um 2.200 US-$/t mit einer Bandbreite von 300 US-$ je Tonne.

 

Kupferpreise

Die globale Kupferminenproduktion stieg bis Ende November 2018 um 2,4 % an. Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen erhöhte sich um über 1 %; zudem erfolgte eine Erweiterung der globalen Kapazitäten. Unverändert ist die höhere Erzeugung auf Chile, Indonesien sowie den Kongo zurückzuführen. Die Raffinadeproduktion wuchs dagegen geringer (+1,5 %) bei einer nur um 0,5 % höheren Kapazitätsauslastung. Der weltweite Verbrauch zog um 2,2 % an. Ein Nachfrageanstieg von 5,5 % in China wurde teilweise durch geringere Verbräuche in anderen Staaten (Taiwan, Südkorea) kompensiert. Insgesamt dürfte der Markt 2018 infolge der schwächer als erwarteten Produktionsentwicklung nun ein erheblich höheres Angebotsdefizit aufgewiesen haben (350.000 t), bevor er 2019 wieder ein geringeres Defizit erreichen dürfte.

Die Kupfervorräte an der LME gaben weiter nach: Insgesamt betrugen diese Ende Februar 2019 rund 128.000 t. Die Lagerbestände an der SHFE erhöhten sich im Umfeld des Chinesischen Neujahrsfest auf nun 227.000 t. Die Bestände der Comex reduzierten sich bis Ende Februar 2019 auf unter 57.000 t. Ein Großteil der Volumina dient der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von 6 Tagen. Falls es nicht erneut zu streikbedingten Produktionsausfällen kommt, sollte sich die Versorgung dank der Kapazitätserweiterungen deutlich verbessern. Für deutsche Verarbeiter von Kupferschrott ist der Import aus UK auch nach dem Brexit wichtig: Ein harter Brexit könnte die Vormaterialversorgung erschweren.

Der Kupferpreis legte im Verlauf des Februar 2019 um rund 400 US-$/t zu. Die physische Nachfrage dürfte weiter anziehen. Vor allem die Elektronik, die ITK-Branche und die Energieerzeugung weisen steigenden Bedarf auf. Die angestrebte Energiewende in Europa treibt zusätzlich die Nachfrage an. Der Trend zur E-Mobility und ein vermehrter Elektronikeinsatz im Pkw – etwa für autonomes Fahren und Fahrerassistenzsysteme – induzieren ebenfalls eine höhere Nachfrage. Allerdings erhielt der Markt keine Impulse von der investiven Nachfrage: Die Zahl der Handelskontrakte blieb im Februar 2019 stabil. Nachdem der Kupfermarkt schon 2018 ein hohes Angebotsdefizit aufwies, sehen wir 2019 ein weiteres Defizit. Bis Mitte 2019 erwarten wir ein Preisniveau von 6.600 US-$/t mit einer Bewegung in einem Band von 500 US-$ je t um diese Marke.

 

Edelmetallpreise: Gold, Silber, Platin, Palladium

Die globale Goldnachfrage erhöhte sich im Gesamtjahr 2018 um 4,5 %. Die Schmucknachfrage verharrte auf Vorjahresniveau, während die industrielle Nachfrage nur um 1 % wuchs. Impulse kamen hier aus der Elektronikindustrie, während der Dentalbedarf weiter sank. Bezogen auf die investive Nachfrage wurde den Beständen der ETF’s (Exchange Traded Funds) um zwei Drittel Gold weniger zurückgeführt, während die Nachfrage nach Barren und Münzen leicht zulegte. Somit resultierte der Anstieg primär aus den Zentralbankkäufen. Angebotsseitig ist jeweils eine Ausweitung der Minenproduktion sowie des Goldrecyclings um je 1 % erfolgt. Die geopolitischen Risiken wie Handelskriege, Brexit etc. bewirkten zuletzt einen Preisanstieg und dürften auch die investive Nachfrage wieder stimulieren. Wir sehen den Goldpreis weiter bis Mitte 2019 um die Marke von 1.300 US-$/oz. mit einer Bandbreite von 200 US-$.

Für 2019 wird ein Anstieg der gesamten physischen Silbernachfrage von bis zu 2,5 % erwartet. Dieser resultiert primär aus der industriellen Nachfrage (Photovoltaik, Wasseraufbereitung, Elektronik). Für die Schmucknachfrage wird ein Zuwachs primär in Asien gesehen. Auch die Nachfrage nach Barren und Münzen sowie die investive Nachfrage der ETF’s könnte positive Impulse geben. Angebotsseitig wird mit einem Rückgang der Minenproduktion (um 2 %) sowie einem stabilen Silberrecycling gerechnet. Insgesamt dürfte der Markt jedoch 2019 weitgehend balanciert sein. Entscheidend für den Silberpreis ist, inwieweit er weiter durch politische Querschüsse getroffen wird. Wir sehen für Silber bis Mitte 2019 eine Preisbewegung um rund 16,00 US-$/oz. mit einem Band von 2,50 US-$. 

Im Jahr 2018 dürfte es nach ersten Schätzungen zu einem Rückgang der physischen Platinnachfrage (geringerer Bedarf der Automobilindustrie) von 2 % gekommen sein. Zudem brach die investive Nachfrage ein. Es ergab sich ein Angebotsüberschuss. Dieser wird trotz anziehender Nachfrage auch für 2019 gesehen, was das Preisniveau drückt. Der Platinpreis bewegt sich daher bis Juni 2019 um die Marke von 900 US-$/oz. in einem Band von +200 US-$. Bei Palladium kam es 2018 erneut zu einem kräftigen Angebotsdefizit. Auch für das laufende Jahr wird eine nochmals anziehende physische Nachfrage – vor allem aus der Automobilindustrie – gesehen. Sollten auch die investiven Anleger Bestände aufbauen, treibt dies den Preis. Daher erwarten wir bei Palladium bis Mitte 2019 eine Bewegung um 1.400 US-$/oz. in einem Band von +350 US-$.

 

Preise für Öl und Gas

2018 erfolgte ein Anstieg der Weltrohölnachfrage um 1,5 mbd (Million Barrel per Day) auf 98,8 mbd. Im Jahr 2019 wird mit einem Anstieg von gut 1,2 mbd erstmals die Schwelle von 100 mbd überschritten werden. Neben der Förderausweitung außerhalb der OPEC ergibt sich 2018 ein Bedarf für eine OPEC-Produktion von 36,7 mbd (davon 5,1 mbd s.g. NGL-Sorten). Seit dem zweiten Quartal 2018 ist sanktionsbedingt die Förderung des Iran um 1,2 mbd gesunken. Die OPEC-Konferenz hat im Dezember 2018 eine geringere Förderquote beschlossen, und im Januar 2019 auch erste Erfolge schon erzielt. Die Produktion Venezuelas sinkt weiter rapide. Daher sehen wir den Rohölpreis bis Mitte 2019 um 70 US-$ je Barrel Brent schwanken (+10 US-$). Die amerikanische Referenzsorte WTI liegt um rund 8 US-Dollar je Barrel darunter.

Die Rohölvorräte in den USA überschritten Ende Februar 2019 den Vorjahreswert um rund 5 % und betrugen insgesamt 446 Mio. Barrel. Die übrigen Destillate liegen mit knapp 138 Mio. Barrel auf, Benzin dagegen mit 255 Mio. Barrel gut 1 % über dem Vorjahresniveau. Mitten in der Heizsaison übersteigen die Propanbestände im Vergleich zu 2018 den Wert um knapp 20 %. Somit hat sich der Lagerabbau in den USA nicht weiter fortgesetzt. Neben höheren Einfuhren aus Kanada stieg zudem die US-amerikanische Tagesproduktion von Rohöl auf einen neuen Rekord von 12 mbd. Die Anzahl der aktiven Bohrlöcher hat sich in den USA stabilisiert. Insgesamt reichen die amerikanischen Bestände für den Verbrauch von 1 Monat, was eine sehr gut Versorgung darstellt. Zudem wächst auch die amerikanische Wirtschaft geringer.

Die US-Gasvorräte bewegen sich trotz guter Inlandsförderung deutlich unter dem langjährigen Durchschnittswert sowie nochmals unter den schon niedrigen Vorjahresbeständen; dies bietet Preissteigerungspotenzial. Ende Februar 2019 bewegen sich die Notierungen im amerikanischen Spotmarkt knapp unter dem Wert von 3 US-$ je mm btu. Das deutsche Inlandspreisniveau wird damit weiter unterschritten. In Deutschland reduzierte sich 2018 die Inlandsgewinnung von Erdgas um gut 14 %. Die Importe stiegen dagegen um rund 10 % an. Im Dezember 2018 zogen die Grenzübergangspreise zwar wieder an, erreichten jedoch noch nicht das Oktoberniveau. Bei festeren Rohölpreisen dürfte der Grenzübergangspreis bis Ende Juni 2019 um bis zu 5 % anziehen. Bei einer geopolitischen Eskalation könnte ein höherer Preisanstieg erfolgen.

 

Preise von Polymer-Vorprodukten und Kunststoffen

Im Zuge der wieder anziehenden Rohölpreise erhöhten sich auch die Notierungen für Naphtha. Derzeit bewegen sich die Weltmarktpreise um 500 US-$/t, was gegenüber dem Jahresbeginn einen Anstieg von 10 % bedeutet. Die asiatische Nachfrage hat kräftig angezogen. Sollten sich infolge der Produktionskürzungen der OPEC noch höhere Rohölnotierungen ergeben, dürfte der Naphthapreis in Europa im zweiten Quartal 2019 sich der 500 €/t-Marke nähern. Der Kontraktpreis für das Folgeprodukt Ethylen (C2) dürfte anziehen: Es könnten bis Mitte 2019 50 €/t mehr verlangt werden. Dies gilt auch für Propylen. Für die Kontraktpreise (C3) werden Preiserhöhungen um 25 €/t verhandelt. Das Angebot soll zudem infolge von Wartungsarbeiten knapper werden.

Bei Benzol zieht der Kontraktpreis im März 2019 sogar um 61 €/t gegenüber dem Vormonat an. Dieser hat weiteres Aufwärtspotenzial im zweiten Quartal 2019. Auch die Styrolpreise folgten der Entwicklung bei Benzol, zudem hier eine festere Nachfrage zu verzeichnen war. Eine Produktionsunterbrechung in Asien könnte die dortigen Läger leeren. Dagegen dürfte die chinesische Nachfrage nur leicht wachsen. Insgesamt werden die Spotmarktpreise für Styrol im Verlauf des zweiten Quartals nochmals anziehen. Trotz der anziehenden Rohöl- und Vormaterialpreise blieben die Polymerpreise dagegen bisher vergleichsweise stabil.

Bei HDPE sehen wir erste Preisanhebungen infolge einer festeren Nachfrage. Bis Ende des zweiten Quartals 2019 erwarten wir eine Bewegung um das Niveau von 1.150 €/t. Bei Polypropylen ist der Markt gut versorgt, der höhere Propylen Kontraktpreis (C3) dürfte jedoch weitgehend durchgereicht werden. Daher gehen wir von Preisen über 1.200 US-$/t aus. Bei Polystyrol zeichnet sich auf einigen Teilmärkten ein knappes Angebot ab. Es sind Preissteigerungen bis zu 50 US-$/t möglich. Bei PVC streben ausländische Anbieter Preisanhebungen bis 950 €/t an. Nach Beendigung der Force Majeure bei Indorama in den Niederlanden ist der Markt bei PET gut versorgt. Die Preise haben nur geringes Potenzial nach oben.

 

Diese Unterlage und die darin enthaltenen Informationen begründen weder einen Vertrag noch irgendeine Verpflichtung und sind von der IKB Deutsche Industriebank AG ausschließlich für (potenzielle) Kunden mit Sitz und Aufenthaltsort in Deutschland bestimmt. Außerhalb Deutschlands ist eine Verbreitung untersagt und kann gesetzlich eingeschränkt oder verboten sein. Die Inhalte dieser Unterlage stellen weder eine (i) Anlageberatung (ii) noch eine individuelle Anlageempfehlung oder (iii) eine Einladung zur Zeichnung oder (iv) ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar.

Die auf dieser Seite/in dieser Unterlage enthaltene Information wurde nicht mit der Absicht erarbeitet, einen rechtlichen, steuerlichen oder bilanziellen Rat zu geben. Die Information ist mit größter Sorgfalt erstellt worden. Die IKB Deutsche Industriebank AG übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben, deren Vollständigkeit und Genauigkeit. Stellungnahmen und Prognosen stellen unverbindliche Werturteile zum Zeitpunkt der Erstellung der Unterlage dar. Die Angaben beziehen sich ausschließlich auf den Zeitpunkt der Erstellung der Unterlage. Eine Änderung der Meinung des Verfassers ist daher jederzeit möglich, ohne dass dies notwendigerweise publiziert wird. Die in der Unterlage zum Ausdruck gebrachten Meinungen spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der IKB Deutsche Industriebank AG wider. Prognosen zur zukünftigen Entwicklung geben Annahmen wieder, die sich in Zukunft als nicht richtig erweisen können; für Schäden, die durch die Verwendung der Unterlage oder von Teilen davon entstehen, wird nicht gehaftet. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.

Bei der Unterlage handelt es sich nicht um eine Finanzanalyse i.S.d. Art. 36 der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565 oder Empfehlung i.S.d. Art. 3 Abs. 1 Nr. 35 Verordnung (EU) 596/2014. Die vorliegende Unterlage ist urheberrechtlich geschützt. Das Bearbeiten oder Umarbeiten dieser Unterlage ist untersagt. Die Verwendung oder Weitergabe der Unterlage in jeglicher Art und Weise an Dritte (z.B. Geschäftspartner oder Kunden) für gewerbliche Zwecke, auch auszugsweise, ist nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung der IKB Deutsche Industriebank AG zulässig.

40474 Düsseldorf
Wilhelm-Bötzkes-Straße 1
Telefon +49 211 8221-0