[Rohstoffpreis-Information – Ausgabe 07/2019]

Die Weltrohstoffpreise auf Dollarbasis sanken im Juni um 9,1 % primär infolge von deutlich reduzierten Energiekosten. Die Aufwertung des Euro zum US-Dollar bewirkte in Inlandswährung gerechnet sogar eine Verminderung um 10 %. Neben den Energiekosten drückten die Sorgen um eine weitere Eskalation des Handelskrieges der USA mit China und weiteren Partner auf die Metallpreise. Nach dem G20-Gipfel in Japan hat es jedoch eine leichte Beruhigung gegeben. Gleiches gilt zurzeit auch für den Rohölpreis. Die zwischenzeitlichen Drohnenabschüsse und brennende Tanker in der Straße von Hormus hatten zu größeren Ausschlägen geführt. Die Nachfrage nach Rohöl ist jedoch weiterhin stabil und wird im laufenden Jahr erstmals die Marke von 100 mbd (= million barrel per day) erreichen. Dies bedeutet einen Anstieg um 1,15 mbd. Hierbei resultiert der Mehrbedarf im Jahr 2019 primär aus den Schwellenländern und den USA. Da die Förderung außerhalb der OPEC um 2,1 mbd anziehen soll, reduziert dies den Bedarf an OPEC-Rohöl um 1 mbd. Die durch die Iran-Sanktionen und die innenpolitische Krise in Venezuela verminderte OPEC-Produktion trägt dem bei Aufrechterhaltung der vereinbarten Produktionskürzungen – an denen sich auch Russland beteiligt – weiter Rechnung. Wir sehen daher den Rohölpreis – ohne Militäraktionen in der Golfregion – bis Ende September 2019 weiter in einem Band zwischen 60 und 70 US-$ je Barrel Brent. Die prognostizierte Erholung der Weltwirtschaft in den zweiten Jahreshälfte 2019 dürfte insgesamt stützend auf die Rohstoffmärkte wirken, zumal sich bei einigen metallischen Rohstoffen Angebotsdefizite abzeichnen und sich der Bestandsabbau an den Börsen fortsetzen sollte.

Für den Wechselkurs des US-Dollar zum Euro sehen wir in der zweiten Jahreshälfte eine Bewegung um die Marke von  1,15 US-$ je €. Sowohl von der Fed wie auch von der EZB sind vorerst keine Zinsanhebungen zu erwarten.

 

Stahlpreise

Bis Ende Mai 2019 zog die globale Stahlproduktion um 5 % an. Im Gesamtjahr 2019 sehen wir einen deutlich geringeren Anstieg. Aus Deutschland dürften höchstens 43 Mio. t kommen. Die Schrottpreise gaben im Juni d. J. um rund 5 €/t nach, das Angebot bleibt weiter knapp. Die Eisenerzpreise zogen im Juni kräftig an: Im Monatsdurchschnitt wurden über 104 US-$ erzielt. Allerdings dürfte das Niveau trotz der hohen Investitionsnotwendigkeiten in Brasilien nicht zu halten sein. Die europäischen Preise für Warmbreitband zogen im Juni leicht an, Walzdraht und verzinkte Bleche zeigten sich kaum verändert. Tendenz: Die Schrottpreise gehen bis Ende August 2019 leicht zurück, dagegen haben die Stahlpreise ein Anstiegspotenzial von bis zu 2 %.

Preise für Öl und Gas

Bis Ende Juni 2019 erhöhten sich die Rohölvorräte der USA weiter; diese betrugen fast 470 Mio. Barrel. Die Bestände an Benzin und den übrigen Destillaten oszillierten um das Niveau des Vorjahres. Die Propanvorräte dagegen übersteigen den Vorjahreswert um gut ein Viertel. Die Rohölversorgung ist unverändert auf hohem Niveau. Gleiches gilt auch für die europäische Gasversorgung: Der Grenzübergangspreis für Erdgas gab im Juni um fast 600 € nach und unterschreitet das Vorjahresniveau um fast 7 %. Tendenz: Wir erwarten bis Ende Q3 2019 eine Bewegung des Rohölpreises zwischen 60 und 70 US-$ je Barrel Brent. Aktuell bestehen jedoch hohe geopolitische Preisrisiken. Der Grenzübergangspreis für Erdgas dürfte in den nächsten drei Monaten eher seitwärts gehen.

Aluminiumpreise

Bis Ende Juni 2019 stagnierte die globale Primäraluminiumproduktion; diese legte in China um 0,5 % zu. Für 2019 erwarten wir mit einer Tonnage von gut 64 Mio. t einen neuen Rekordausstoß. Hinzu kommen noch bis zu 13 Mio. t Recyclingaluminium. Die Lagerbestände an den Börsen sanken weiter: An der LME unterschreiten diese 1 Mio. t, an der SHFE betragen sie noch 0.42 Mio. t. Für 2019 rechnen wir erneut mit einem steigenden Aluminiumverbrauch. Gerade der Trend zur E-Mobility induziert eine höhere Aluminiumnachfrage. Die investive Nachfrage zog ebenfalls an. Tendenz: Bis Ende September bewegen sich die Primäraluminiumpreise in einem Band von +250 US-$ um 2.000 US-$/t, die Preise für Aluminium Alloy liegen um gut 500 US-$/t niedriger.

Kupferpreise

Im ersten Quartal 2019 sank die globale Kupferminenproduktion wie auch die Raffinadeproduktion jeweils um über 1 %. Da jedoch der Verbrauch ebenfalls um 1 % wuchs, wies der Markt insgesamt wiederum ein kleines Angebotsdefizit aus. Daher erwarten wir, dass der Kupfermarkt im Gesamtjahr mit einem kleinen Defizit abschließen wird, obwohl die Produktion auf rd. 25 Mio. t anziehen dürfte. Die Lagerbestände an den Metallbörsen erhöhten sich bis Ende Juni leicht. Allerdings sank die investive Nachfrage, da die Anzahl der Handelskontrakte um fast 18 % sank. Tendenz: Bei aktuell ausreichender Versorgung bewegt sich der Kupferpreis um die Marke von 6.300 US-$/t in einem Band von 600 US-$.

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