Rohstoffpreise: Allgemeine Tendenzen: Ruhiger Jahresausklang?

[Rohstoffpreis-Information – Ausgabe 12/2018]

Allgemeine Tendenzen: Ruhiger Jahresausklang?

Die Weltrohstoffpreise brachen im November 2018 insbesondere infolge des starken Verfalls der Rohölpreise um 12,5 % ein. In Inlandswährung gerechnet betrug der Rückgang 11,7 %. Bis zum Ende des ersten Quartals 2019 erwarten wir weiter eine Bewegung des Wechselkurses um die Marke von 1,13 US-$/€.

Die folgenden Seiten beschreiben die Entwicklungen für einzelne Rohstoffe. Wir weisen explizit darauf hin, dass es bei metallischen Rohstoffen, abweichenden Legierungen sowie sonstigen Kunststoffsorten zu anderen Preisbewegungen kommen kann. Zudem beobachten wir bei einigen Rohstoffarten größere regionale Preisabweichungen.

 

Stahlpreistrend

Die Weltrohstahlproduktion expandierte bis Ende Oktober 2018 um 4,7 %. Das Produktionsniveau in Europa stagnierte, während es in Nordamerika etwas schwächer ausgeprägt war. Wir erwarten für 2018 einen Anstieg um gut 3 %. Dies ist vor dem Hintergrund des starken Wachstums 2017 sowie des Basiseffektes in China beachtlich. In Deutschland sehen wir eine Tonnage bis 44 Mio. t. In der Türkei hat sich der starke Zuwachs vom Jahresanfang infolge der innen- und geopolitischen Effekte auf unter 1 % reduziert. Der Absatz im Inland hat unter einer temporären Force Majeuere zweier wichtiger Produzenten gelitten. Verlagerungen von Lieferungen, die ursprünglich für den US-Markt bestimmt waren, stellen ein Absatzrisiko dar. Derzeit bestehen erhebliche Logistikprobleme für die Belieferung mit Vormaterial wie auch die Abgabe an die Endkunden.

Im Durchschnitt des November 2018 zogen die Schrottpreise um 5 bis 10 €/t an. Je nach Sorte sowie Region gab es kleine Abweichungen nach oben und unten. Die türkischen Abnehmer mussten ihre Importpreise ebenfalls entsprechend anheben. Die festeren Schrottmärkte in Übersee und Europa ließen keine Abkoppelung zu. Insbesondere auf dem deutschen Markt belasten die gestiegenen Transportkosten u. a. wegen der niedrigen Wasserstände auf den Binnenschiffrouten. Dies führte schon zu temporären Stilllegungen von Öfen sowohl auf der Schrott- als auch der Hochofenroute. Insgesamt dürfte es auch die Ertragslage deutlich belasten. Die Eisenerz-Spotpreise zogen um gut 3 US-$/t an. Bis Ende des Jahres dürften die Schrottpreise seitwärts gehen, spätestens im Februar ist mit anziehenden Notierungen zu rechnen.

Die Spotmarktpreise für Eisenerz frei China erhöhten sich im Monatsmittel des November 2018 um gut 3 US-$ je t, wohingegen die Kokskohlenotierungen seitwärts tendierten. Die europäischen Rohstahlpreise entwickelten sich divergierend: Während die Preise für Warmbreitband im Durchschnitt um 9 €/t nachgaben, verbilligten sich Verzinkte Bleche infolge des gesunkenen Zinkpreises um 3,5 %. Walzdraht legte dagegen um 1 €/t zu. Bei den europäischen Stahlpreisen erwarten wir einen leichtes Absinken im ersten Quartal 2019, falls sich die Logistiksituation verbessert. Der saisonübliche Rückgang des Baustahlabsatzes dürfte zu einem stärkeren Rückgang der Walzdrahtpreise führen. Infolge der US-Einfuhrzölle auf Stahl für ausländische Lieferungen gehen wir weiter davon, dass die Türkei und Russland versuchen werden, ihre Lieferungen nach Europa auszuweiten. Ob die von der EU ergriffenen Schutzmaßnahmen insgesamt ausreichen, muss abgewartet werden.

 

Preistrends Legierungsmetalle: Nickel, Chrom, Molybdän

Der starke Anstieg der Rostfrei-Produktion in der ersten Jahreshälfte dürfte 2018 bei Nickel einen Verbrauchszuwachs auf 2,35 Mio. t und 2019 auf 2,45 Mio. t induzieren. Zudem prognostizieren wir eine höhere Nickelproduktion von 2,2 Mio. t in diesem und 2,4 Mio. t im nächsten Jahr. Dies führt zu Angebotsdefiziten von 150.000 t (2018) bzw. 50.000 t (2019), welche aus den derzeitigen Nickelvorräten noch darstellbar sind. Der Abbau der Nickel-Lagerbestände an der LME ist auf knapp 214.000 t Ende November 2018 weitergegangen. Zudem befinden sich nur noch 15.000 t an der SHFE. Der höhere Bedarf resultiert primär aus der Produktion von rostfreiem Stahl sowie zukünftig auch aus dem Einsatz in Nickel-Ionen-Batterien. Die anziehende indonesische Rostfrei-Produktion könnte die dortigen Ausfuhren von NPI-Erzen (Nickel Pig Iron) vermindern, was vor allem chinesische Verarbeiter treffen würde. Wir sehen den Nickelpreis bis Ende März 2019 in einem Band von 3.000 US-$ um 13.000 US-$/t.

Im Zuge der Ausweitung der globalen Rostfrei-Produktion steigt auch der Bedarf an Ferrochrom. Im ersten Halbjahr 2018 lag zwar die weltweite Produktion von Ferrochrom um 10 % über dem Niveau von 2017, zuletzt kam es jedoch zu kräftigen Produktionsrückgängen (u.a. Indien und China). In Südafrika drückten Energieprobleme den Minenoutput. Im vierten Quartal 2018 ist der europäische FeCr-Benchmarkpreis jedoch nochmals rückläufig gewesen: Er sank auf 1,24 US-$/lb und damit um 14 ct unter das Niveau des Vorquartals. Wir sehen den Ferrochrompreis bis Ende des ersten Quartals 2019 in einer Bewegung um 11,00 US-$/kg Reinchromgehalt. Allerdings erwarten wir einen höheren Benchmark-Preis für Q1 2019.

Nachdem 2017 einen Anstieg der globalen Molybdänproduktion von rund 4 % brachte, wird für 2018 ein weiterer Zuwachs von 3 % erwartet. Allerdings legt auch die globale Molybdännachfrage zu. Im ersten Halbjahr verbuchte der Markt ein Angebotsdefizit. Hauptabnehmer sind die Rostfrei-Produktion, Eisenguss und Super-Alloys. Das aktuelle Jahr bringt zudem eine anziehende Investitionstätigkeit in der Öl- und Gasexploration, die ein Sechstel des Verbrauchs abnimmt. China versucht höhere Umweltstandards im Bergbau durchzusetzen. Obwohl sich etliche Nachfrager mit längerfristigen Kontrakten zurückhalten, könnte der Markt 2018 mit einem Angebotsdefizit schließen. Vorerst sehen wir bis Ende März 2019 den Ferromolybdänpreis bei rund 28,00 US-$/kg mit einer Bandbreite von 5,00 US-$ je kg.

 

Preistrends rostfreier Stahl

Im ersten Halbjahr 2018 expandierte die globale Produktion von rostfreiem Edelstahl um 13,3 %. Alle Regionen zeigten Zuwächse: Während der Ausstoß in Europa und den USA nur leicht zulegte, erhöhte China seine Erzeugung um über 13 %. Auch das übrige Asien zog kräftig an. Neue Kapazitäten in Indonesien sind nun im vollen Einsatz und geben entsprechend starke Impulse. Weltweit dürfte 2018 ein Zuwachs der Produktion auf mindestens 49 Mio. t erfolgen. China wird seine dominierende Position mit einem Marktanteil von über 50 % weiter ausbauen, vorausgesetzt die Lieferungen mit indonesischem Nickel Pig Iron bleiben weiter stabil. Allerdings wird dort die Erzeugung durch neue Umweltauflagen teurer. In Deutschland dürfte nur ein unterdurchschnittliches Produktionswachstum erfolgen.

Rostfreie Edelstähle des Typs 1.4301 bestehen zu rund 10 % aus Nickel und 18 % aus Chrom. Daher bestimmt deren Preisentwicklung die Preise für diese Güten. Die leichteren Nickelnotierungen hatten zusammen mit einem gesunkenen Ferrochrom-Benchmarkpreis niedrigere Legierungsmetallzuschläge zur Folge. Outokumpu hat seine Graphitelektrodenzuschläge von 30 € je t weiter konstant beibehalten, während Wettbewerber diese nicht erheben. Die Basispreise gaben im Verlauf des November 2018 um 5 % nach. Allerdings dürften diese sich in den nächsten drei Monaten nicht mehr nennenswert verbilligen. Bei einer unverändert festen Edelstahlnachfrage sehen wir deshalb für die Basispreise von Flachstahl bis Ende des ersten Quartals 2019 eine Preisbewegung um 1.030 € je t. Hinzuzurechnen sind jedoch die Legierungszuschläge, welche im Dezember 2018 im Vergleich zum November um rd. 50 €/t niedriger ausfallen.

Edelstähle des Typs 1.4401 enthalten rund 12 % Nickel, 17 % Chrom sowie etwa 2 % Molybdän. Auch hier folgen die Preise der Entwicklung dieser Legierungsmetalle. Aufgrund der geringeren Nickelnotierungen sowie der niedrigeren Ferrochrom- und Ferromolybdännotierungen ermäßigten sich hier ebenfalls die Legierungszuschläge. Im Dezember liegen diese durchschnittlich um 50 €/t unter dem Novemberwert. Die Nachfrage der Güten 1.4401 im Jahr 2019 sollte weiter von der positiven Entwicklung im Maschinen- und Anlagenbau profitieren. Dies gilt umso mehr, als vorerst Absatzrisiken aus einer weiteren Eskalation des von den USA ausgelösten Handelskrieges mit China ausgeräumt erscheinen. Bei unseren Prognosen der Basispreise sehen wir bis Ende des ersten Quartals 2019 bei Warmbreitband ein Preisniveau um 1.400 € je t zuzüglich der Legierungszuschläge und gegebenenfalls der Graphitelektrodenprämie.

 

Aluminiumpreistrend

Die weltweite Primäraluminiumproduktion lag Ende Oktober 2018 um knapp 1 % über Vorjahresniveau. Wir erwarten für 2018 eine Erzeugung von rund 64 Mio. t sowie weitere 11 Mio. t Recyclingaluminium. China hat die etwas geringere Produktion infolge von Abschaltungen im ersten Quartal aufgeholt. Im übrigen Asien erfolgte ein kräftiger Anstieg (+10 %). In Europa war eine weitgehend stabile Produktion zu beobachten, in Nordamerika gab sie um 5 % nach. Die Produktion in den Golfstaaten zog weiter an (+4 %). Unverändert sind die Aussichten in allen relevanten Abnehmerbereichen weiter auf Wachstum ausgerichtet: Impulse vom Leichtbau in der Automobilindustrie sorgen für volle Auftragsbücher. Auch die Luftfahrtindustrie und die Baubranche in Kontinentaleuropa sichern weiterhin einen hohen Absatz.

Die Lagerbestände von Primäraluminium an der LME haben sich zuletzt seitwärts bewegt: Diese liegen nun bei 1,05 Mio. t. An der SHFE gaben die Bestände kräftig auf rund 731.000 t nach. In den Lagern der Comex dagegen befinden sich nur gut 6.400 t. Damit ist eine gute Versorgung gegeben. Die LME-Bestände an Recyclinglegierungen machen lediglich 12.560 t aus. Die Vorräte entsprechen dem Gesamtverbrauch (Primär- und Recyclingaluminium) von 9 Tagen. Ein weiterer Ausbau der Kapazitäten für Recyclingaluminium sichert die langfristige Versorgung. Im Verlauf des Jahres 2019 erwarten wir einen weiteren Lagerabbau bei Primäraluminium. Die US-Zölle auf Aluminiumeinfuhren haben das dortige Inlandspreisniveau nachhaltig erhöht, da in amerikanischen Lagerhäusern nur geringe Vorräte lagern.

Die Primäraluminiumpreise verzeichneten im Jahresverlauf eine hohe Volatilität: Die angekündigten US-Sanktionen gegenüber dem russischen Produzenten Rusal führten zunächst zu einem Preissprung. Nach deren Aussetzung bis zum 12.12.2018 gaben diese kräftig nach. Ein Angebotsdefizit dürfte 2019 zu höheren Preisen führen. Die investive Nachfrage reduzierte sich: Die Zahl der Handelskontrakte sank im Verlauf des November um 20 %. Bis Ende März 2019 erwarten wir eine Preisbewegung für Primäraluminium um die Marke von 2.100 US-$ je t in einem Band von +300 US-$ je t. Greifen die Sanktionen gegen Rusal, dürften die Preise um 200 bis 300 US-$/t anziehen. Die Notierung von Recyclingaluminium an der LME dürfte sich dagegen um rund 600 US-$ je t unter diesen Werten bewegen. In der zweiten Jahreshälfte 2019 sehen wir höhere Notierungen.

 

Preistrends Zink und Blei

Die Zink-Lagerbestände an der LME betrugen Ende November 2018 noch knapp 0,12 Mio. t. Damit haben sich diese in den letzten drei Monaten halbiert. Der Lagerbestand an der SHFE gab auf 27.000 t nach, derjenige an der Comex liegt unter 3.000 t – somit sind letztere vernachlässigbar. Die Bestände entsprechen dem Verbrauch von knapp 5 Tagen. Insgesamt ist die Versorgung wieder knapper. Im Jahr 2017 hatte sich ein Angebotsdefizit von fast 460.000 t ergeben. Die Bleivorräte an der LME liegen bei 105.000 t, die Bestände an der SHFE machen nur noch gut 8.000 t aus. Die Vorräte an der Comex sind weiterhin unbedeutend (<1.000 t). Das absolute Niveau der Bleivorräte entspricht nur dem Verbrauch von 4 Tagen. Damit ist die Versorgungssituation bei Blei sehr eng. Der Markt hatte 2017 mit einem Defizit von 143.000 t abgeschlossen.

Mittlerweile wird für die Zinkminenproduktion für 2018 nur noch ein Anstieg von 2 % erwartet. Die Hochlaufphase etlicher neuer Minenkapazitäten hat sich länger als erwartet hingezogen. Für 2019 ist jedoch ein Zuwachs von 6 % realistisch. Die Raffinadeproduktion dürfte um rund 1,5 % zulegen. Der Verbrauch erhöht sich voraussichtlich um 0,5 %, was vor allem in einem leichten Rückgang in China begründet ist, während andere Verbrauchsregionen zulegen. Allerdings wird dies zu einem weiteren Angebotsdefizit von 300.000 t führen. Der Nachfragezuwachs resultiert primär aus einer anziehenden Produktion verzinkter Stahlsorten. Wir prognostizieren für den Zinkpreis bis März 2019 weiter eine Bewegung um eine Marke von 2.800 US-$/t mit einer Schwankungsbreite von 500 US-$.

Die Bleiminenproduktion dürfte im Gesamtjahr 2018 um 0,5 % unter Vorjahr liegen, nachdem diese im ersten Halbjahr um 4 % gesunken war. Heute stammen jedoch rund 60 % der gesamten Bleiproduktion aus Recyclingmaterial. Die Raffinadeproduktion dürfte 2018 um 0,5 % anziehen: Es werden im laufenden Jahr 11,6 Mio. t und 2019 gut 11,8 Mio. t erreicht werden. Der Verbrauch wird nur um 0,2 % auf 11,7 Mio. t zulegen, wobei China und die USA leichte Rückgänge hinnehmen müssen, während Europa einen Zuwachs verbucht. Insgesamt gehen wir davon aus, dass der Markt 2018 mit einem Angebotsdefizit von um 125.000 t abschließen wird. Daher sehen wir für den Bleipreis bis Ende des ersten Quartals 2019 eine Bewegung um 2.100 US-$/t mit einer Bandbreite von 300 US-$ je Tonne.

 

Kupferpreistrend

Die globale Kupferminenproduktion stieg bis Ende August 2018 um 3 %. Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen erhöhte sich um über 1%, obwohl eine Erweiterung der globalen Kapazitäten erfolgte. Unverändert ist die höhere Erzeugung auf Chile, Indonesien sowie den Kongo zurückzuführen. Die Raffinadeproduktion wuchs deutlich geringer (+1 %) bei einer stabilen Kapazitätsauslastung. Der weltweite Verbrauch zog um 2 % an. Ein Nachfrageanstieg von 4,5 % in China wurde teilweise durch geringere Verbräuche in anderen Staaten (Taiwan, Südkorea) kompensiert. Insgesamt dürfte der Markt 2018 infolge der schwächer als erwarteten Produktionsentwicklung nun ein höheres Angebotsdefizit aufweisen (100.000 t), bevor er 2019 wieder ein geringeres Defizit von rd. 50.000 t erreichen kann.

Die Kupfervorräte an der LME gaben zuletzt weiter nach: Insgesamt betrugen diese Ende November 2018 gut 136.000 t. Die Lagerbestände an der SHFE reduzierten sich weiter: Sie betragen nun 131.000 t. Die Bestände der Comex sanken bis Ende November 2018 auf 137.000 t. Ein Großteil der Volumina dient der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von 6 Tagen. Ohne streikbedingte Produktionsausfälle sollte sich die Versorgung auch dank der Kapazitätserweiterungen weiter verbessern. Dies begrenzt den möglichen Preisanstieg. Für deutsche Verarbeiter von Kupferschrott ist der Import aus UK auch nach dem Brexit wichtig: Ein harter Brexit könnte die Vormaterialversorgung erschweren.

Der Kupferpreis oszillierte im Verlauf des November 2018 in einem Preisband von gut 150 US-$/t um die Marke von 6.200 US-$/t. Die physische Nachfrage dürfte sich weiter verbessern. Vor allem die Elektronik, die ITK-Branche und die Energieerzeugung weisen steigenden Bedarf auf. Gerade die angestrebte Energiewende treibt die Nachfrage. Der Trend zur E-Mobility und ein vermehrter Elektronikeinsatz im Pkw induzieren ebenfalls eine höhere Nachfrage. Allerdings erhielt der Markt negative Impulse von der investiven Nachfrage: Die Zahl der Handelskontrakte sank im November um fast 28 %. Obwohl das Gesamtjahr 2018 ein Angebotsdefizit aufweisen könnte, sehen wir bis Jahresende keinen größeren Preisdruck. Bis Ende März 2019 erwarten wir jedoch ein Preisniveau von 6.400 US-$/t mit einer Bewegung in einem Band von 500 US-$ je t um diese Marke.

 

Preistrends Kobalt / Magnesium / Titan

Nachdem 2017 die weltweite Kobaltproduktion um 6 % anzog, kam es trotz einer 10 % höheren Nachfrage laut Weltverband zu einem Angebotsüberschuss. Mittelfristig zieht die Nachfrage nach Kobalt vor allem seitens der Batterieproduzenten weiter an. Um diese zukünftige Nachfrage zu erfüllen, sind Minenerweiterungen erforderlich, die jedoch zum Teil schon im zweiten Halbjahr 2018 ihre volle Förderung aufgenommen haben. Daher ist ein erneuter Angebotsüberschuss zu erwarten. Das Angebot wird allerdings infolge von Lieferstörungen regelmäßig belastet. Zudem dürfte sich die Förderung in der Demokratischen Republik Kongo deutlich verteuern. Allerdings sehen wir keine erneute Preisexplosion und erwarten daher bis Mitte 2019 einen Kobaltpreis um 60.000 US-$/t mit einer Bandbreite von 20.000 US-$/t.

Die weltweite Nachfrage nach Magnesium dürfte 2018 erneut anziehen; bis 2020 bleibt es bei einem stabilen leichten Wachstum. Impulse kommen aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie einschließlich Druckguss sowie dem Einsatz in Aluminiumlegierungen. Für das Druckgusssegment und die Aluminiumlegierungen liegt das Durchschnittswachstum bei 4,5 % bis 5 %. Infolge von höheren Umweltauflagen dürften die chinesischen Überkapazitäten abschmelzen. Einige der kleineren Anbieter sind schon ausgeschieden, weitere könnten folgen. Zuletzt gab es in China transportbedingte Lieferschwierigkeiten. Jedoch sehen wir für den Magnesiumpreis bis Mitte 2019 nur begrenztes Anstiegspotenzial und erwarten diesen weiter um das derzeitige  Niveau von 2.800 US-$/t mit einem Band von 400 US-$/t.

Der globale Markt für Titan profitiert die nächsten Jahre vor allem von der Aerospace-Industrie. Der Nachfrageanstieg der zivilen Luftfahrtindustrie betrifft unter anderem gegossene und geschmiedete Teile aus Titan. Daneben wächst auch der Militärmarkt noch weiter. Quer über alle Abnehmerindustrien wird ein Marktwachstum von 4,3 % p.a. gesehen. Die Nachfrage aus der Meerwasserentsalzung soll mittel- und langfristig ebenfalls stark zunehmen. Angebotsseitig nehmen die Überkapazitäten in der Titanschwammproduktion insbesondere in China sowie der Ukraine und Kasachstan weiter zu. In China hat sich zwar die Kapazitätsauslastung verbessert, sie liegt aber nur bei 75 %. Gleichwohl sehen wir auch 2019 einen Angebotsüberschuss. Dieser begrenzt unseres Erachtens bis Mitte 2019 den Titanpreis auf rund 5,00 US-$/kg in einem Band von 1,50 US-$/kg.

 

Preistrends Edelmetalle: Gold, Silber, Platin/Palladium

Die globale Goldnachfrage erhöhte sich nach einem schwachen ersten Halbjahr 2018 im dritten Quartal 2018 nur um 0,6 %. Die Schmucknachfrage zog infolge schwacher Preise um 6 % an, während die industrielle Nachfrage nur um 1 % wuchs. Impulse kamen hier aus der Elektronikindustrie, während der Verbrauch von Zahngold erstmals unter 4 t fiel. Negative Impulse kamen von der investiven Nachfrage: die Bestände der ETF’s (Exchange Traded Funds) wurden im dritten Quartal um über 100 t  zurückgeführt,  was auch die Nachfrage nach Barren und Münzen nicht kompensieren konnte. Angebotsseitig ist zwar eine Ausweitung in der Minenproduktion um 2 % erfolgt, das Goldrecycling sank jedoch um 4 %. Höhere Zinsen in den USA begrenzen trotz geopolitischer Risiken das Anstiegspotenzial. Daher sehen wir den Goldpreis weiter bis Ende März 2019 um die Marke von 1.200 US-$/oz. mit einer Bandbreite von 150 US-$.

Im laufenden Jahr wird ein Rückgang der gesamten physischen Silbernachfrage von bis zu 3 % erwartet. Dieser resultiert primär aus der Schmucknachfrage sowie derjenigen nach Barren und Münzen. Entscheidend dürfte sein, ob die investive Nachfrage einen Abbau der Bestände bei den ETF’s auslösen wird. Daher könnte sich entgegen den Erwartungen im laufenden Jahr ein Angebotsüberschuss im globalen Silbermarkt ergeben. Angebotsseitig wird nach zwei Jahren mit Rückgang der Minenproduktion eine leichte Belebung (+ 0,25 %) sowie ein sinkendes Silberrecycling erwartet. Der Silberpreis wurde im bisherigen Jahresverlauf überproportional von dem durch politische Querschüsse ausgelösten Preisverfall auf den Rohstoffmärkten getroffen. Wir sehen für Silber bis Ende März 2019 eine Preisbewegung um rund 15,00 US-$/oz. mit einem Band von 2,50 US-$.

Im Jahr 2018 dürfte die physische Platinnachfrage durch einen sinkenden Bedarf der Automobilindustrie infolge geringerer Dieselverkäufe insgesamt um 4 % fallen. Zudem dürfte sich die investive Nachfrage halbieren. Trotz eines um 1 % niedrigeren Angebots ergibt sich insgesamt ein Angebotsüberschuss. Der Platinpreis bewegt sich bis Ende März 2019 um 850 US-$/oz. in einem Band von +200 US-$. Bei Palladium kommt es 2018 erneut zu einem kräftigen Angebotsdefizit. Das höhere Minen- und Recyclingangebot reicht nicht aus, die physische Nachfrage – vor allem aus der Automobilindustrie – zu befriedigen, obwohl die investiven Anleger Bestände abbauen. Daher erwarten wir bei Palladium bis Ende des Q1 2019 eine Bewegung um 1.200 US-$/oz. in einem Band von +250 US-$.

 

Preistrends Edelmetalle: Gold, Silber, Platin/Palladium

Die globale Goldnachfrage erhöhte sich nach einem schwachen ersten Halbjahr 2018 im dritten Quartal 2018 nur um 0,6 %. Die Schmucknachfrage zog infolge schwacher Preise um 6 % an, während die industrielle Nachfrage nur um 1 % wuchs. Impulse kamen hier aus der Elektronikindustrie, während der Verbrauch von Zahngold erstmals unter 4 t fiel. Negative Impulse kamen von der investiven Nachfrage: die Bestände der ETF’s (Exchange Traded Funds) wurden im dritten Quartal um über 100 t  zurückgeführt,  was auch die Nachfrage nach Barren und Münzen nicht kompensieren konnte. Angebotsseitig ist zwar eine Ausweitung in der Minenproduktion um 2 % erfolgt, das Goldrecycling sank jedoch um 4 %. Höhere Zinsen in den USA begrenzen trotz geopolitischer Risiken das Anstiegspotenzial. Daher sehen wir den Goldpreis weiter bis Ende März 2019 um die Marke von 1.200 US-$/oz. mit einer Bandbreite von 150 US-$.

Im laufenden Jahr wird ein Rückgang der gesamten physischen Silbernachfrage von bis zu 3 % erwartet. Dieser resultiert primär aus der Schmucknachfrage sowie derjenigen nach Barren und Münzen. Entscheidend dürfte sein, ob die investive Nachfrage einen Abbau der Bestände bei den ETF’s auslösen wird. Daher könnte sich entgegen den Erwartungen im laufenden Jahr ein Angebotsüberschuss im globalen Silbermarkt ergeben. Angebotsseitig wird nach zwei Jahren mit Rückgang der Minenproduktion eine leichte Belebung (+ 0,25 %) sowie ein sinkendes Silberrecycling erwartet. Der Silberpreis wurde im bisherigen Jahresverlauf überproportional von dem durch politische Querschüsse ausgelösten Preisverfall auf den Rohstoffmärkten getroffen. Wir sehen für Silber bis Ende März 2019 eine Preisbewegung um rund 15,00 US-$/oz. mit einem Band von 2,50 US-$.

Im Jahr 2018 dürfte die physische Platinnachfrage durch einen sinkenden Bedarf der Automobilindustrie infolge geringerer Dieselverkäufe insgesamt um 4 % fallen. Zudem dürfte sich die investive Nachfrage halbieren. Trotz eines um 1 % niedrigeren Angebots ergibt sich insgesamt ein Angebotsüberschuss. Der Platinpreis bewegt sich bis Ende März 2019 um 850 US-$/oz. in einem Band von +200 US-$. Bei Palladium kommt es 2018 erneut zu einem kräftigen Angebotsdefizit. Das höhere Minen- und Recyclingangebot reicht nicht aus, die physische Nachfrage – vor allem aus der Automobilindustrie – zu befriedigen, obwohl die investiven Anleger Bestände abbauen. Daher erwarten wir bei Palladium bis Ende des Q1 2019 eine Bewegung um 1.200 US-$/oz. in einem Band von +250 US-$.

 

Preistrends Polymer-Vorprodukte und Kunststoffe

Der Verfall der Rohölpreise drückte entsprechend auch die Notierungen für Naphtha nach unten. Derzeit bewegen sich die Weltmarktpreise unter 500 US-$/t. Der asiatische Markt ist aktuell überversorgt. Sollten sich im Zuge von Produktionskürzungen der OPEC stabilere Rohölnotierungen ergeben, dürfte sich der Naphthapreis in Europa im ersten Quartal 2019 um 500 €/t  bewegen. Zuletzt sank der Kontraktpreis für das Folgeprodukt Ethylen (C2): Es werden für Dezember 2018 nun 110 €/t weniger verlangt. Die Spotmarktpreise in Asien waren bereits gesunken. Allerdings belasten in Deutschland Lieferschwierigkeiten der Binnenschifffahrt. Dies gilt  auch für Propylen. Für die Kontraktpreise für Januar (C3) werden aber höhere Preise verhandelt. Dies dürfte in den nächsten Wochen auch Aufschläge auf die Spotmarktpreise zur Folge haben, da das Angebot knapper werden soll.

Bei Benzol fällt der Kontraktpreis im Dezember 2018 dagegen um bis zu 150 €. Dieser hat jedoch ebenfalls ein größeres Aufwärtspotenzial im Januar. Die Styrolpreise folgten dem Benzolkontrakt und sanken im gleichen Umfang. Für Dezember wird eine schwache Nachfrage gesehen; die asiatischen Läger sind aktuell sehr gut gefüllt. Für den asiatischen Markt wird erst nach dem chinesischen Neujahresfest eine Belebung erwartet. Daher dürften die Spotmarktpreise für Styrol frühestens wieder gegen Ende Januar anziehen. Zurzeit sind keine neuen Force Majeure oder wartungsbedingte Ausfälle bekannt. Trotz stark gesunkener Rohölpreise blieben die Polymerpreise dagegen bisher vergleichsweise stabil.

Bei HDPE erwarten wir infolge der stabilen Nachfrage und eines knapper werdenden Angebots bis Ende des ersten Quartals 2019 eine Bewegung um das Niveau von 1.250 €/t. Bei Polypropylen hat eine Force Majeure die Preise bisher fest gehalten. Auf dem asiatischen Spotmarkt zeichnen sich aktuell weiter stabile Preisnotierungen ab. Daher gehen wir von Preisen über 1.200 US-$/t aus. Bei Polystyrol wurden die Vormaterialpreissenkungen voll weitergegeben. Es sind noch weitere Preissenkungen von bis zu 50 US-$/t möglich. Bei PVC wurde der Markt durch eine Force Majeure belastet. Die Preise haben jedoch noch Potenzial nach unten (925 bis 950 €/t). Auch bei PET belastet eine Force Majeure bei Indorama  in den Niederlanden. Jahreszeitlich bedingt dürfte sich die Nachfrage weiter entspannen, was zu sinkenden Spotmarktpreisen führen sollte.

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