Nachfrageboom für ERP-Innovations- und Digitalisierungskredite führt zu vorläufigem Programmstopp

Von |2018-07-17T14:17:55+00:003. Mai 2018|Kategorien: Fördermittel|Tags: , , , |

[Fördermittel-Information vom 3. Mai 2018] Nachdem sich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2017 die Zusagen für das ERP-Innovations- und Digitalisierungsprogramm auf dem sehr hohen Niveau von ca. 1,5 Mrd. € bewegt hatten, überstieg die Nachfrage nach diesem Programm im ersten Quartal 2018 alle Erwartungen: Diverse Konditionenerhöhungen führten nicht zu einer Abkühlung, sondern ließen die Antragszahlen exponentiell steigen. Angesichts der Nachfrageüberhitzung setzte die KfW Ende März 2018 das Programm durch eine drastische Heraufsetzung des Einstandes faktisch bis auf weiteres aus.

Das ERP-Innovations- und Digitalisierungsprogramm führte die KfW Bankengruppe zum 1. Juli 2017 als Ergänzung zum damaligen ERP-Innovationsprogramm (heute ERP-Mezzanine für Innovationen) ein. Über das Programm können Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Mio. € Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben im weitesten Sinne sehr zinsgünstig finanzieren. Unternehmen, die nach den Bedingungen des Programms als „innovativ“ gelten, können auch weitergehende Investitionsvorhaben oder Betriebsmittel mit diesem Programm finanzieren. Kleinere Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern können optional von einer 70 % Haftungsfreistellung profitieren.

Weiterhin Nachholbedarf bei der Digitalisierung des deutschen Mittelstands

In ihrer aktuellen Unternehmensbefragung unter dem Titel „Digitalisierung der Wirtschaft: breite Basis, vielfältige Hemmnisse“ vom 19. März 2018 konstatierte die KfW, dass „die Digitalisierung im deutschen Mittelstand noch immer in den Kinderschuhen steckt“. Somit dürfte zumindest förderpolitisch unverändert jede Rechtfertigung gegeben sein, dieses sehr erfolgreiche Programm fortzusetzen.

Finanzierungsalternativen bis zur Programmfortsetzung

Mit der Wiederaufnahme des Programms in der vorliegenden oder modifizierten Form ist voraussichtlich nicht vor 2019 zu rechnen. Es bleibt zu hoffen, dass die KfW zumindest für die zweite Jahreshälfte 2018 eine – wenn vermutlich auch deutlich abgespeckte – Übergangslösung für Unternehmen anbieten wird, die konkrete Innovations- und vor allem Digitalisierungsprojekte in Angriff nehmen wollen. Für die Unternehmen, die anspruchsvollere Innovationsprojekte – diese können ggf. auch Digitalisierungsaspekte beinhalten – realisieren möchten, bietet sich bis zur Wiederaufnahme des Programms als mögliche Alternative das Programm ERP-Mezzanine für Innovationen an. Dieses Programm fördert anspruchsvollere Innovationsvorhaben zu sehr zinsgünstigen Konditionen wahlweise durch einen reinen Kredit oder die Kombination eines Kredites mit einer sog. Nachrangtranche (neudeutsch Mezzanine), die risikoentlastend wirkt.

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Jens Fröhlich ist Leiter Fördermittel & Exportfinanzierung und zusammen mit seinem Team verantwortlich für die Akquisition und Umsetzung von Kundenprojekten in den entsprechenden Bereichen und hält den Kontakt zu allen hierfür relevanten öffentlichen Stellen. Er studierte Volkswirtschaft in Duisburg und Soka (Japan) sowie Rechtswissenschaften in Münster. Seine ersten Berufsjahre absolvierte er in auf den Mittelstand ausgerichteten Beratungsunternehmen, bevor er 2000 zur IKB stieß. Er schreibt zu aktuellen Themen, die relevant für die Förderpolitik, Förderkredite und Zuschussförderung sowie die Exportfinanzierung des deutschen Mittelstands sind.

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