Die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen wächst kontinuierlich

[Healthcare, Pharma, Chemicals-Information vom 18. Januar 2019]

Vor allem aus demografischen Gründen steigen  die Ausgaben für Gesundheitsdienstleistungen seit Jahren: Im Jahr 2017 wurden In Deutschland 359 Mrd. € aufgewendet. Auch in die Patientenversorgung in Krankenhäusern fließt  jährlich mehr Geld. Der Wert der stationären Krankenhausversorgung betrug lt. Statistischem Bundesamt im Jahr 2017 rund 91,3 Mrd. €, das waren 3,9 % mehr als im Jahr zuvor. Parallel zur wachsenden Nachfrage ist der Sektor durch einen hohen Kosten- und Effizienzdruck gekennzeichnet.

Wirtschaftliche Lage ist nach wie vor angespannt

Das deutsche Krankenhausinstitut hat im Dezember 2018 in seiner Veröffentlichung „Krankenhaus Barometer“ erneut festgestellt, dass die wirtschaftliche Situation in deutschen Krankenhäusern nach wie vor sehr angespannt ist: Ein Drittel der Kliniken verzeichnete 2017 Verluste. Nach Einschätzung der IKB hat sich die Situation 2018 nicht verbessert und auch in diesem Jahr ist keine Wende in Sicht, denn grundlegende Probleme sind nach wie vor ungelöst. Hierzu gehöret insbesondere der sich seit über einem Jahrzehnt aufbauende Investitionsstau. Die Bundesländer kommen ihren Investitionsverpflichtungen in Gebäude und Großgeräte von Kliniken, die im Krankenhausplan verzeichnet sind, nicht in ausreichendem Maße nach. Inzwischen stammt fast nur noch die Hälfte der Investitionen aus der öffentlichen Hand. Für ca. 28 % müssen die Kliniken selbst aufkommen, den Rest finanzieren sie über den Kapitalmarkt, was die Erwirtschaftung entsprechende Cash-Flows voraussetzt. Dies ist allerdings in der Leistungsvergütung nicht vorgesehen, da die Krankenkassen nur die laufenden Betriebskosten abwickeln.  Auch wenn die neue Regelung des Pflegepersonalstärkungsgesetzes die Voraussetzungen schafft, dass zumindest alle Pflegekosten refinanziert und sogar neues Pflegepersonal eingestellt werden kann, fehlen dennoch in erheblichem Maße Fachkräfte. Die seit 1. Januar 2019 in einigen Fachabteilungen geltenden  Pflegepersonaluntergrenzen verstärken diesen Engpass noch. Darüber hinaus war die intensive Prüfung von Abrechnungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen eine harte Bewährungsprobe für viele Krankenhäuser, weil sich Einnahmen verzögerten oder ausfielen.

Digitalisierung und zunehmende Verzahnung als wichtige Bausteine der künftigen Wettbewerbsfähigkeit

Neben den eben genannten Themen steht die Branche, wie viele andere Sektoren auch, vor den Herausforderungen der Digitalisierung, die einerseits massive technische und personelle Anstrengungen erfordert, jedoch auch so manche Entlastung verspricht. Beispiele sind die Möglichkeit, über Telemedizin ländliche Gebiete besser versorgen zu können und der zunehmende Einsatz von Robotik, der die Versorgung von Patienten unterstützen kann. Einen weiterer Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit liegt  in der Verzahnung in der Gesundheitsindustrie. Starre Grenzen zwischen ambulantem und stationärem Sektor sowie Reha- und Pflegeeinrichtungen verschwimmen zunehmend und bieten Patienten, Gesundheitsdienstleistern sowie Betreibern neue Chancen.

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