[Consumer & Retail-Information vom 13. Juni 2019] Die Kernmärkte stagnieren, der internationale Wettbewerbsdruck hat sich nochmals intensiviert, die Konsumentennachfrage zu prognostizieren wird immer schwieriger: Textil- und Fashionhersteller stehen vor großen Herausforderungen und müssen ihre Wertschöpfungsketten kontinuierlich optimieren.

Der Wettbewerb für Fashion-Produzenten wird mittlerweile auch durch sehr agile Online-Pure-Player verschärft, die insbesondere Trendware hervorragend kopieren und extrem schnell – binnen weniger Wochen – an den Markt bringen können. Die Trends werden dabei auch zunehmend von Influencern kreiert und transportiert und weniger von den Marketingabteilungen der etablierten Hersteller oder Händler. Für die Produzenten werden dadurch „Speed-to-market“ und intrasaisonale Reaktionsgeschwindigkeit zu entscheidenden Erfolgsfaktoren, zumal diese Herausforderungen zumeist auf verhältnismäßig langsame Produktionsprozesse einer gewachsenen Wertschöpfungskette treffen.

 

Nach Beobachtung der IKB sind vor allem jene Hersteller erfolgreich, welche die Transformation des bisher produktionsorientierten hin zu einem nachfrageorientierten Geschäftsmodell vorantreiben. Hierbei stehen nachfolgende Themen im Fokus:

  • Optimierung und Digitalisierung bestehender Prozesse

    Progressive Anbieter reduzieren Entscheidungshierarchien sowie -zeiten und arbeiten eng mit Lieferanten zusammen. Sie setzen virtuelle Designkomponenten ein und integrieren frühzeitig und permanent Konsumentenanforderungen in den Produktionsprozess.

  • Analyse der bestehenden Lager- und Transportlogistik

    In der Logistik lassen sich häufig Lagerhaltung und -prozesse (Bsp.: make-or-buy) effizienter organisieren sowie Luft- und Seefracht hinsichtlich Konsumentennachfrage und Kollektionsfrequenz (Basis- vs. Trendkollektionen) optimieren.

  • Permanente Verbesserung des Produktionsmodells

    Als Beispiel sei hier die (Teil-)Rückverlagerung der Produktion aus Asien ins Inland oder in europäische Nachbarländer in Kombination mit hoher Prozessautomatisierung unter Berücksichtigung maximaler Individualisierungsmöglichkeiten und Nachhaltigkeitsgesichtspunkten genannt.

Bereits diese wenigen Beispiele zeigen den unmittelbaren und sofortigen Handlungsdruck, unter dem Fashion-Anbieter stehen, die ihre Zukunft nicht nur sichern, sondern gestalten wollen. Dafür sind strategische Weichenstellungen und deutliche Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit über alle Stufen der Wertschöpfungskette erforderlich.

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