EZB setzt ihren Kurs fort, Ende des Aufkaufprogramms absehbar

Von |2018-07-18T14:56:01+00:0026. April 2018|Kategorien: Kapitalmarkt|Tags: , , |

[Kapitalmarkt-News vom 26. April 2018] Wie erwartet, brachte die heutige Sitzung der EZB keine Veränderungen bei den Zinssätzen für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte, die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität. Die Werte verbleiben bei 0,00 %, 0,25 % bzw. -0,40 %. Die EZB machte abermals deutlich, dass ihre Leitzinsen noch über einen längeren Zeitraum und somit weit über den Zeithorizont des Aufkaufprogramms hinaus auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden. Auch bei den geldpolitischen Sondermaßnahmen gibt es keine Anpassungen. Das Aufkaufprogramm wird seinen derzeitigen Umfang von monatlich 30 Mrd. € bis Ende September 2018 beibehalten und wenn erforderlich darüber hinaus. Bereits im vorigen Monat hatten die Notenbanker auf den Zusatz verzichtet, Anleihekäufe auszuweiten, sollten sich die Rahmenbedingungen verschlechtern. Damit bereitet die EZB die Finanzmärkte auf ein Ende der expansiven Geldpolitik vor.

Die EZB schätzt die konjunkturelle Entwicklung weiterhin solide ein. Zwar registrierte EZB-Präsident Draghi heute die deutlichen Rückgänge der Indikatoren, er machte jedoch auch deutlich, dass das Niveau noch immer hoch ist und es sich um eine erwartete Korrektur handelt. Auch der langfristige Ausblick sei weiter positiv. Neben dem Geldmengenwachstum und der weiteren wirtschaftlichen Erholung in Europa geht die EZB davon aus, dass das Inflationsziel in den kommenden Jahren erreicht wird. Die aktuelle Datenlage ist somit kein Grund, von dem eingeschlagenen Weg einer geldpolitischen Wende abzurücken. Dies gilt vor allem auch deshalb, weil die EZB diese Wende nur sehr behutsam und in kleinen Schritten vorantreiben will. Mit einer Beendigung des Aufkaufprogramms in 2018 ist daher auch weiterhin zu rechnen. Draghi ließ sich jedoch zu keiner Äußerung hinreißen, wie die künftigen Schritte der EZB aussehen werden. Auch Hinweise, dass die kommende Sitzung Aufschluss über die Geldpolitik im zweiten Halbjahr geben müsse, ließ Draghi offen – vielmehr sagte der EZB-Präsident, dass die nächsten Schritte noch nicht zur Diskussion stünden.

Erwartungsgemäß war das Thema Protektionismus ein großes Thema der Pressekonferenz. Draghi verwies darauf, dass es sich bis dato eher um Rhetorik handele und die derzeitigen Maßnahmen eher wenig Einfluss zu haben scheinen. Die EZB wird weitere Maßnahmen genau beobachten gerade auch im Hinblick auf die künftige Inflationsentwicklung. Für Notenbanken seien Protektionismus und Handelskonflikte eine Gefahr, weil sie Verbrauchervertrauen beschädigen könnten.

Fazit

Die heutige Sitzung der EZB-Notenbanker und die anschließende Presskonferenz hielten keine Überraschungen parat. Das ist wenig verwunderlich, gilt doch erst wieder die kommende Sitzung im Juni an den Märkten als wegweisende. Bereits auf der letzten Sitzung wurden die Märkte auf ein Ende der expansiven Geldpolitik vorbereitet, indem die Aussage gestrichen wurde, die Anleihekäufe könnten ausgeweitet werden, sollten sich die Rahmenbedingungen verschlechtern. Daher kann die Sitzung heute als Teil einer Übergangsphase gewertet werden, in der Draghi nicht zu weit vorpreschen, aber doch deutlich machen wollte, dass die EZB den eingeschlagenen Weg einer behutsamen Beendigung des Aufkaufprogramms weiter verfolgt.

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Dr. Klaus Bauknecht ist als Chefvolkswirt der IKB Deutsche Industriebank AG verantwortlich für die volkswirtschaftlichen Analysen, Prognosen und Einschätzungen der Bank. Zudem lehrt der promovierte Volkswirtschaftler an der Nelson Mandela University in Südafrika. Zuvor arbeitete er in verschiedenen leitenden Positionen anderer Banken und im südafrikanischen Finanzministerium. Er schreibt zu aktuellen und übergeordneten Konjunktur-, Volkswirtschafts- und Marktthemen.

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