[Kapitalmarkt-News vom 22. Februar 2021]

Fazit: Noch trotzt das Verarbeitende Gewerbe dem Lockdown, nicht zuletzt auch wegen wichtiger Wachstumsimpulse aus Asien. Doch der deutsche Export benötigt mehr als ein boomendes China. Eine Erholung wichtiger Absatzmärkte in Europa und den USA ist ebenso wichtig. Mit schneller steigenden Impfquoten sollte sich der Ausblick ab dem zweiten Quartal 2020 deutlich aufhellen. Auch sollte die deutsche Wirtschaft im weiteren Verlauf von 2021 zunehmend globalen Rückenwind bekommen. Die heutige Aufhellung des ifo Geschäftsklimas – sollte deshalb nicht überraschen – auch wenn sie früher eingesetzt hat, als allgemein erwartet. Der ifo Geschäftsklimaindex sollte folglich zur Mitte des Jahres deutlich höher liegen. Die IKB erwartet für die deutsche Wirtschaft für 2021 ein BIP-Wachstum von ca. 4,5 %.

Das Verarbeitende Gewerbe hält sich wacker. Nicht nur kam die V-förmige Erholung nach dem ersten Lockdown schneller als erwartet, sie hält zudem trotz des zweiten Lockdowns an. Die wichtige Rolle Chinas hierbei ist bekannt. Dessen Beitrag zum globalen Wirtschaftswachstum ist mit rund einem Drittel durch kein anderes Land zu ersetzen. Das beflügelt die deutschen Unternehmen – vor allem die, die vor Ort in China produzieren. Für die deutschen Exporte sind jedoch die europäischen Nachbarländer und die USA von größerer Bedeutung. Deshalb zeigt sich auch eine zunehmende Kluft zwischen den Bilanzergebnissen kleinerer, eher lokal agierender und global produzierender Unternehmen. Letztere zeigen eine stabile Bilanzentwicklung und profitieren insbesondere vom aktuellen Produktionswachstum in China.

Für die deutsche Wirtschaft ist es aber weniger bedeutend, was in China von deutschen Firmen produziert wird. Entscheidender ist, was weltweit vom Produktionsstandort Deutschland aus exportiert bzw. für die Binnennachfrage hergestellt wird. Sicherlich treibt China die Weltwirtschaft voran und ist somit indirekt von deutlich größerer Bedeutung für Deutschland, als es die Exporte allein dokumentieren. Nichtdestotrotz sollten die europäischen Handelspartner in der Beurteilung der deutschen Wirtschaftslage nicht aus den Augen verloren werden. Mit den verschiedenen Lockdown-Maßnahmen in den Nachbarländern und einem BIP-Rückgang in der Euro-Zone im vierten Quartal 2020 belasten europäische Handelspartner wie Frankreich, Italien und Großbritannien den kurzfristigen Ausblick für das Verarbeitende Gewerbe.

Es bleibt abzuwarten, ob die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes im ersten Quartal 2021 stabil bleibt oder weiter zulegen kann. Auch ein leichter Rückgang ist angesichts der aktuellen lokalen sowie globalen Konjunkturdynamiken durchaus möglich. Diese Entwicklung ist aber für den weiteren Verlauf von geringerer Bedeutung und sollte den Ausblick für die verbleibenden Quartale und das Jahr 2022 nicht trüben. Denn die Industrieproduktion und Exporte der deutschen Wirtschaft sollten zunehmend Rückenwind bekommen, was einen recht positiven Ausblick für das zweite und die weiteren Quartale rechtfertigt:

  • Aufholeffekte stützen die Wachstumsaussichten im zweiten Quartal 2021 genauso wie ein steigender privater Konsum.
  • Der Impfverlauf sollte einer S-Kurve gleichen, d. h. die Anzahl der Impfungen wächst exponentiell. So sollte die Impfquote vor allem im zweiten Quartal deutlich steigen. Auch global ist mit einer deutlichen Beschleunigung der Impfungen im zweiten und dritten Quartal zu rechnen.
  • Im Verlauf von 2021 sollte sich die Konsumlaune zunehmend verbessern. Die Löhne und Gehälter mögen zwar im Jahr 2020 unter Druck geraten sein, das private Einkommen ist dennoch gestiegen.
  • Die globale Immunisierung wird zunehmend zu einer konjunkturellen Erholung und Stimmungsaufhellung führen und breitangelegte Wachstumsimpulse für die Weltwirtschaft liefern.

Dieser positive Ausblick scheint sich zunehmend in den Erwartungen der Unternehmen zu spiegeln, wie das heutige ifo Geschäftsklima signalisiert. So hat sich der Index mit der Verbesserung im Februar bereits früh deutlich aufgehellt. Der Index ist um 1,9 Zähler auf 92,4 Punkte gestiegen; die Konsensmeinung erwartete lediglich eine Mini-Verbesserung um 0,2 Punkte. Dabei schätzen die Unternehmen die aktuelle Lage um 0,8 Zähler günstiger ein; hier rechnete die Konsensmeinung mit einer leichten Verschlechterung. Positiver fällt zudem der Ausblick aus; hier gibt es ein kräftiges Plus von 2,7 Punkten.

Die Stimmung hat sich in fast allen Wirtschaftssektoren aufgehellt; auch im Handel gibt es nach dem Einbruch im Januar ein leichtes Plus, wobei die aktuelle Lage erneut schlechter beurteilt wird. Den deutlichsten Sprung nach oben gab es im Verarbeitenden Gewerbe. Ein höherer Wert wurde zuletzt im November registriert. Die Einschätzung zur Lage verbesserte sich, und der Ausblick fiel deutlich positiver aus. In allen wichtigen Industriezweigen stieg der Geschäftsklima-Index.

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