[Kapitalmarkt-News vom 25. Mai 2020]

Fazit: Die globalen und lokalen Auswirkungen der Coronakrise sowie der daraus resultierende wirtschaftliche Einbruch haben in den letzten Monaten zu einer nie da gewesenen Stimmungseintrübung in der Wirtschaft geführt. Zu einer Unterscheidung zwischen der katastrophalen aktuellen Situation und dem zukünftigen Ausblick sah sich die Mehrzahl der Unternehmen bis vor Kurzem nicht in der Lage.

Inzwischen scheinen viele Unternehmen jedoch laut aktuellem ifo Geschäftsklima wieder Licht am Horizont zu erkennen – sicherlich auch aufgrund der zunehmenden staatlichen Finanzhilfen. Diese Rückkehr der wirtschaftlichen Perspektive ist sicherlich eine notwendige Voraussetzung für eine Trendwende. Ausreichend für eine dynamische wirtschaftliche Erholung ist der Stimmungsumschwung jedoch nicht. Hierfür werden reale Impulse benötigt – entweder aus dem Handel oder aus der Fiskalpolitik.

Rückblick erstes Quartal 2020

Das deutsche BIP ist im ersten Quartal 2020 saison- und kalenderbereinigt um 2,2 % im Vergleich zum letzten Quartal 2019 geschrumpft. Heute veröffentlichte Daten geben etwas Licht für die Treiber dieser Entwicklung. Nicht überraschend haben vor allem der private Konsum und Investitionen nachgelassen. Der Konsum ist im Vergleich zum Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 3,2 % zurückgegangen, die Ausrüstungsinvestitionen sind um fast 7 % eingebrochen. Eine leichte Unterstützung erfuhr das BIP durch die Staatausgaben und den Bausektor. Während die Exporte um 3,1 % zurückgegangen sind, lag der Rückgang bei den Importen bei nur 1,6 %.

Der eigentliche Tiefpunkt und das gesamte Ausmaß der Coronakrise werden erst in den BIP-Zahlen des zweiten Quartals sichtbar werden; darüber besteht mittlerweile Konsens. So ist von einem weiteren deutlichen Einbruch bei Ausrüstungsinvestitionen, Exporten und privatem Konsum auszugehen. Bedeutende Überraschungen sollte es aber nicht geben. Auch ist der absolute Rückgang des BIP im zweiten Quartal 2020 weniger entscheidend als seine weitere Entwicklung. Doch wie sehr stabilisiert bzw. erholt sich das BIP ab Juni und im dritten Quartal? Vor allem die Frühindikatoren für das dritte Quartal könnten damit Überraschungspotenzial bieten. Werden sie die erhofften Aufholeffekte für das dritte Quartal bestätigen und kann von einer deutlich anziehenden und vor allem auch in den kommen Quartalen anhaltend hohen Wachstumsdynamik ausgegangen werden? 

Ifo Index: Ausblick hellt sich auf 

Unserer Einschätzung nach bleiben Zweifel über die Stärke der kurzfristigen Wachstumsdynamiken – insbesondere für das verarbeitende Gewerbe. Zwar wird die Wirtschaft im dritten Quartal Aufholeffekte zeigen, eine hohe und vor allem eigenständige Wachstumsdynamik bleibt allerdings fraglich. Hierfür fehlen auch weiterhin fiskalische Anreize, um der Binnennachfrage einen starken Impuls zu geben. Dies gilt vor allem, weil es fraglich bleibt, ob die Exporte bereits im folgenden Quartal so stark ansteigen, dass eine nachhaltige Stimmungsaufhellung bei Unternehmen wie Konsumenten zu erwarten ist. Schließlich sollte die Nachfrage nach Investitionsgütern noch auf Sicht belastet bleiben.

Die Früh- und Stimmungsindikatoren für Deutschland (PMI für Mai) haben ihren Tiefpunkt im April durchschritten und deuten auf eine – wenn auch anfänglich graduelle – Erholung. Auch wenn die Niveaus weiterhin sehr niedrig sind, so ist es die Veränderung der Indizes, die entscheidend ist. Auch der ifo Index für Mai signalisiert eine Stabilisierung und damit erste Anzeichen einer Wende. Das ifo Geschäftsklima ist von seinem Tief im April (74,2) auf 79,5 im Mai angestiegen. Dabei verschlechterte sich die Einschätzung der Lage geringfügig von 79,4 auf 78,9. Die Geschäftserwartungen sind hingegen deutlich von 69,4 auf 80,1 angestiegen. Dies ist eine deutliche Veränderung zum Vormonat. Unternehmen haben auf Grundlage der damaligen Lage Rückschlüsse über das zukünftige Geschäftsklima getätigt, was zu einer außerordentlich negativen Erwartungshaltung im April führte. Dies hat sich nun im Mai deutlich verändert. Unternehmen unterscheiden zwischen der sich immer noch verschlechternden aktuellen Lage und der Entwicklung der kommenden Monate. Die unternehmerische Perspektive wird demnach nicht mehr von der aktuellen Lage dominiert.

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