[Kapitalmarkt-News vom 13. November 2019]

ifo Geschäftslima hellt sich erneut auf

Pessimistische Einschätzungen zur deutschen Konjunktur haben weiterhin Rückenwind. So verweilen die Purchasing Managers Indizes (PMI – Einkaufsmanagerindex) immer noch deutlich unter der kritischen Marke von 50 Punkten. Die Mehrheit der Einkaufsmanager sieht demnach weiterhin eine schwierige Lage bzw. keine aktuelle Aufhellung. Eine mögliche Stimmungswende mag sich dennoch abzeichnen. Denn auch wenn die Mehrheit weiterhin skeptisch bleibt, steigt die Anzahl der Befragten, die für November 2019 eine etwas bessere Entwicklung ausgemacht haben. Dies gilt vor allem für die Industrie.

Während der PMI die aktuelle Lage spiegelt, schaut das ifo Geschäftsklima nach vorne. Von allen Frühindikatoren für die deutsche Wirtschaft hat es die höchste Aussagekraft. Eine Stimmungs- bzw. Konjunkturwende sollte sich demnach zuerst im ifo Index dokumentieren.

Das ifo Geschäftsklima hat sich im November wie erwartet erneut leicht verbessert. Es stieg um 0,4 Punkte auf 95,0 Zähler. Dabei hellten sich die Geschäftsperspektiven recht kräftig auf. Der Index erhöhte sich um 0,5 Zähler auf 92,1 Punkte. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen hingegen nur leicht besser als im Oktober; hier gab es einen Anstieg um 0,1 Punkte.

Enttäuscht hat hingegen die klare Stimmungsverschlechterung in der Automobilindustrie. Der Index sank kräftig um 5,5 Zähler. In den vorangegangenen fünf Monaten hatte es hier eine kontinuierliche Aufhellung gegeben. Damit verschlechterte sich im November auch die Stimmung des gesamten Verarbeitenden Gewerbes. Der Industrie-Index sank erneut nach dem zwischenzeitlichen Anstieg im Oktober. Grund hierfür war eine merklich schlechtere Geschäftslage. Die Erwartungen hellten sich hingegen leicht auf. Damit zeigt sich, dass der konjunkturelle Verlauf nicht nur eine Richtung kennt, Rückschläge gehören dazu.

BIP-Wachstum und Ausblick

 Das deutsche BIP ist im dritten Quartal 2019 um 0,1 % zum Vorquartal gewachsen, nachdem es im zweiten Quartal um 0,2 % schrumpfte. Der private Konsum trug 0,2 Prozentpunkte zum Wachstum bei, der Außenbeitrag sogar 0,5 Prozentpunkte. Erwartungsgemäß gingen die Ausrüstungsinvestitionen zurück, während der Bausektor zulegen konnte. Auf Grundlage dieser Nachfragekomponenten hätte das BIP-Wachstum im dritten Quartal deutlich positiver ausfallen müssen als das Mini-Plus von 0,1 %. Der Grund für die schwache Dynamik war der Abbau von Lagerbeständen, der das Hochfahren der Produktion verzögerte. Damit fiel die gesamtwirtschaftliche Nachfrage im dritten Quartal gar nicht mal so schlecht aus. Deshalb sollte das schwache BIP-Wachstum von 0,1 % im dritten Quartal nicht überbewertet werden, denn die Komponenten zeigen, dass die Nachfrageseite der Wirtschaft stabil sowie grundsätzlich intakt ist und perspektivisch mit einer Belebung der Angebotsseite zu rechnen ist. Für die weitere Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Industrieproduktion bleibt die IKB deshalb bei ihrer Einschätzung: Anfang des Jahres 2020 ist mit einer Stabilisierung bzw. moderaten Erholung zu rechnen. Abb. 3 zeigt den Verlauf der BIP-Wachstumsspanne basierend auf dem ifo Geschäftsklima, das für das BIP-Wachstum einen Vorlauf von einem Quartal hat.

Fazit: Die Nachfrage der deutschen Wirtschaft hat sich im dritten Quartal 2019 als robuster erwiesen, als das schwache BIP-Wachstum von 0,1 % vermuten lässt. Der gesamtwirtschaftliche Bedarf wurde vor allem durch den Abbau von Lagerbeständen und nicht durch Ausweitung der Produktion bedient.

Produktionsindikatoren wie der PMI (Einkaufsmanagerindex) verharren weiterhin auf eher niedrigen Niveaus. Dies ist jedoch angesichts der aktuellen und zu erwartenden Nachfragedynamik nicht haltbar. Der Nachfrageverlauf bekräftigt vielmehr die Einschätzung einer Wende bzw. Festigung der Wachstumsdynamik – für BIP und Industrieproduktion. Das ifo Geschäftsklima von heute stützt zudem die Erwartung einer Stabilisierung der Angebotsseite der deutschen Wirtschaft. Die IKB erwartet für 2020 ein kalenderbereinigtes BIP-Wachstum von 0,8 %.

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