[Consumer & Retail-Information vom 29. Oktober 2020]

Am 27. November 2020 ist es wieder soweit: Bereits zum achten Mal wird in Deutschland der Black Friday Sale stattfinden. Was mit dem Black Friday als eintägiges Schnäppchenevent begann, hat sich mittlerweile mit den davor und danach geschalteten Cyber-Wochen zu einem regelrechten Shopping-Marathon entwickelt. Aufgrund der hohen Akzeptanz bei den Konsumenten haben diese Tage nicht nur einen festen Platz im vorweihnachtlichen Einkaufskalender erhalten, sie bestimmen vielmehr die „Regeln“ des Weihnachtsgeschäfts im Einzelhandel und darüber hinaus. Nicht nur, dass der Weihnachtseinkauf zeitlich deutlich nach vorne verlegt wird, parallel verschiebt sich das Geschäft vom stationären in den Online-Handel. Um diesem Trend entgegen zu wirken und gleichzeitig an dem sehr umsatzstarken Event zu partizipieren, haben viele Händler vor Ort ähnliche Aktionen etabliert, die mit dem Black Friday und der Cyber Week assoziiert werden.

Kein Konsumverzicht am Black Friday

Rund vier Wochen vor den Schnäppchentagen sind bereits diverse Umfragen zum erwarteten Einkaufsverhalten im Ausnahmejahr 2020 veröffentlicht. Die Spannbreite geht von sinkendem Interesse bis hin zu deutlich höherer Ausgabenbereitschaft. Grundsätzlich überwiegen aber die Verbraucherumfragen, die auch für dieses Jahr eine steigende Nachfrage sehen. Dennoch zeigen die heterogenen Ergebnisse die starke Verunsicherung im Zusammenhang mit der Coronakrise und der allgemeinen wirtschaftlichen Verschlechterung. Aus Sicht der IKB wird sich die konjunkturelle Eintrübung am Black Friday nicht bemerkbar machen. Der Erfolg des vergleichsweise unbekannteren Amazon Prima Day, der Mitte Oktober stattgefunden hat, deutet an, dass mit hohen Zuwächsen gerechnet werden kann. Amazon verzeichnete am Prime Day 2020 knapp 60 % mehr Umsatz als im Vorjahr.

Es wird wieder Rekorde geben

Sicherlich hätte es auch zu „normalen“ Zeiten wieder Rekordergebnisse am Cyber-Wochenende gegeben. In der aktuellen Situation wirkt das Corona-Virus jedoch wie ein Katalysator. Die IKB rechnet deshalb in diesem Jahr mit einem Umsatzanstieg auf 4,1 Mrd. €. Dies wäre ein deutlicher Wachstumsschub im Vergleich zum Vorjahr.

Der wesentliche Grund ist die aktuell stark steigende Zahl von Corona-Infektionen in Deutschland und der damit verbundene Aufruf, die Zahl der sozialen Kontakte zu verringern, um so die Ansteckungsgefahr zu verringern. Zudem muss befürchtet werden, dass die ab dem 2. November geltenden strengeren Einschränkungen dazu führen, dass der Einkauf vor Ort erheblich aufwendiger wird. Auch wenn die angekündigten Maßnahmen nicht so stark ausfallen wie der Lockdown im Frühjahr, wird die zuletzt wieder gestiegene Kundenfrequenz in den Städten deutlich leiden. Auch abgesagte Weihnachtsmärkte werden sich unweigerlich negativ auf den innerstädtischen Einzelhandel auswirken. Wenn wir also den Online-Shop ansteuern (müssen), warum nicht an den Tagen, wo wir unsere Weihnachtsgeschenke günstiger bekommen können? Im Ergebnis wird insbesondere der Black Friday im Onlinehandel profitieren.

Es gibt auch Verlierer

Die Pandemie unterstreicht die strukturellen Probleme des stationären Handels. Ein Frequenzrückgang war schon vor der Krise zu beobachten. Insbesondere aufgrund von Bequemlichkeit, Auswahl und Transparenz sehen Konsumenten einen höheren Mehrwert bei Online-Kanälen. In diesem Jahr kommt der Faktor Sicherheit als wesentlicher Aspekt hinzu. Für den stationären Nonfood-Einzelhandel ist die Lage in vielen Einzelfällen dramatisch, denn in der aktuellen Situation kann und darf er nicht entsprechend agieren, um seine Vorteile im direkten und persönlichen Kundenkontakt auszuspielen, gerade in der emotional aufgeladen Vorweihnachtszeit. Wer frühzeitig und konsequent die Notwendigkeit einer schlagkräftigen Online-Strategie erkannt und umgesetzt hat, wird zumindest einen Teil der Verluste im stationären Geschäft ausgleichen können, evtl. sogar mit einem Plus abschließen. Einzelhändler, die das versäumt haben, werden dieses Jahr mit ansehen müssen, wie die Umsätze noch stärker in den Online-Handel fließen. Die Shoppingevents in November werden dort für neue Rekorde sorgen.

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