[Healthcare, Pharma, Chemicals-Information vom 20. Januar 2022]

Laut Branchenverband VCI hat die chemische Produktion in Deutschland im Jahr 2021 um 4,5 % zugelegt. Der Branchenumsatz inklusive Pharmaindustrie stieg aufgrund deutlich höherer Preise gar um 15,5 %. Für 2022 rechnet der Verband mit einer Produktionsausweitung von ca. 1,5 % und aufgrund weiterhin steigender Erzeugerpreise mit einem Umsatzzuwachs von ca. 5 %. Die IKB erwartet leicht zunehmende Einschränkungen durch die Omikron-Variante des Corona-Virus, konstant hohe Rohmaterial- und Energiepreise und erst gegen Ende des Jahres eine Entspannung der globalen Lieferketten. Auf Basis dessen rechnet die IKB mit einem Produktionsplus von knapp 1 % bei weiterhin anziehenden Preisen. Die größten Zugewinne werden hier die Spezialchemikalien verzeichnen, nachdem die Aufholeffekte im Jahr 2021 den Polymeren das stärkste Produktionsplus mit knapp 15 % ermöglicht haben.

Corona-Aufholeffekte im Jahr 2021 vollständig ausgeschöpft

Die Produktionsvolumina der chemischen Industrie in Deutschland haben im Jahr 2021 das Vorkrisenniveau von 2019 bereits wieder überschritten. Auch die einzelnen Subsegmente haben größtenteils ihren Stand des Jahres 2019 wieder erreicht oder gar übertroffen. Ausnahmen sind Industriegase, Düngemittel und Chemiefasern. Während die Düngemittelproduktion von explodierenden Erdgaspreisen und sich verändernden Strukturen in der Landwirtschaft und die Chemiefasern von einem insgesamt abnehmenden Trend in Deutschland betroffen sind, haben sich die Industriegase im Jahr 2021 erholt und sind nur leicht hinter dem hohen Niveau des Jahres 2019 zurückgeblieben. An den grundlegenden Trends hin zu einer höheren Spezialisierung in Europa aufgrund hoher Rohstoff- und Energiepreise hat sich auch in der Corona-Krise nichts geändert. Petrochemische Produkte und Derivate haben aufgrund diverser Anlagenausfälle in den USA und Europa im Jahr 2021 von einer leichten Sonderkonjunktur profitiert, werden aber in diesem Jahr voraussichtlich wieder etwas an Produktionsvolumen verlieren. Nichtsdestotrotz werden sie auch mittelfristig das Rückgrat der vertikal integrierten europäischen Chemieproduktion bilden.

Nachhaltigkeitsthemen dominieren Investitionen

Die Kapitalmärkte schauen, auch regulierungsgetrieben, immer stärker auf ESG-Kriterien. Unter anderem in M&A-Prozessen spielen ESG-Themen verstärkt eine Rolle. Investitionen in Deutschland müssen aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten effizient und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein. Laut VCI planen 75 % der deutschen Chemieunternehmen ihre Investitionen im Jahr 2022 auf gleichem Niveau wie 2021 zu halten oder gar auszubauen. 62 % der Unternehmen nennen Modernisierungsinvestitionen als entscheidenden Treiber, während jeweils 41 % Kapazitätsaufbau und Digitalisierung als sehr wichtig einschätzen. Betrachtet man die vergangenen Investitionen näher, so haben im Jahr 2020 42 % der Investitionen der Chemiebranche in Deutschland der Kapazitätserweiterung gedient, während 37 % alte Anlagen(-teile) ersetzt haben. Die Herausforderungen der Dekarbonisierung werden die Investitionsintensität der deutschen Chemieunternehmen weiter treiben. Die EU-Taxonomie liefert einen wichtigen Rahmen, um notwendige Investitionen nachhaltig finanzieren zu können und Nachhaltigkeitsbestrebungen auch auf den Finanzmärkten honorieren zu lassen.

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