[Industrials & Automotive-Information vom 24. Juni 2019] Die Automobilindustrie konnte ihre globale Produktion zwischen 2015 und 2018 jährlich um durchschnittlich 2,0 % moderat steigern. Der chinesische Markt wuchs jährlich sogar um 3,8 % und festigte seine Position als wichtigster Produzent von Light Vehicles. Die Produktion in Europa wuchs unterdurchschnittlich um jährlich 1,7 %, während sie in Nordamerika um 1,0 % zurückging. Diese drei Märkte stehen für ca. 70 % der weltweiten Produktion, allerdings mit leicht abnehmender Tendenz. Für 2024 wird ein Anteil von 68 % erwartet.

China wird mit einem jährlichen Wachstum von 4,6 % zwischen 2019 und 2023 weiterhin größter Produktionsstandort und Wachstumstreiber bleiben. Für Europa wird jedoch ein unterdurchschnittliches Wachstum von jährlich durchschnittlich 1,1 % erwartet, während Nordamerika lediglich seitwärts laufen sollte. Wachstum kommt hingegen aus den Regionen Mittlerer Osten und Afrika (jährlich 8,4 %), Südostasien (jährlich 5,9 %) und Südamerika (jährlich 5,6 %).

Komplexe Gemengelage

2017 zeigt den vorläufigen Peak in der Automobilproduktion. Das Volumen konnte 2018 aufgrund verschiedener Entwicklungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten wie Brexit, Handels- und Zollstreit und WLTP-Einführung nicht weiter gesteigert werden. Insbesondere die Produktion in China ging von 2017 auf 2018 um 4,1 % stark zurück. Im Mai 2019 reduzierte sich die Zahl ausgelieferter Neuwagen in China im Vergleich zum Vorjahr um 16,4 % und ist damit im elften Monat in Folge rückläufig.

Deutsche Zulieferer litten zum Teil stark unter der Umstellung des Messverfahrens WLTP. Im September 2018 sind die deutschen Pkw-Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr um 30 % eingebrochen. Besonders stark waren VW (-62 %) und Audi (-78 %) betroffen. Mit etwas Vorlauf ist diese Entwicklung bereits Mitte 2018 bei den Zulieferern angekommen.

Verhalten optimistischer Ausblick für die kommenden Jahre

Für 2019 wird in Deutschland ein weiterer Rückgang der Neuzulassungen um 1,9 % erwartet. Die Marke VW liegt für dieses Jahr per Mai bereits ca. 5 % unter dem Vorjahreswert und musste den Spitzenplatz des absatzstärksten Herstellers an Toyota abgeben. Die Marke Mercedes-Benz liegt ebenfalls knapp 5 % darunter. Diese Rückgänge machen sich auch in der Profitabilität bemerkbar. Im ersten Quartal 2019 ist der Gewinn der 16 größten Automobilhersteller um fast 30 % gegenüber dem Vorjahresniveau zurückgegangen. Die deutschen Hersteller bewegen sich im Schnitt.

Mit Wachstum wird erst wieder ab 2020 gerechnet. Weltweit wird zwischen 2019 und 2023 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum der Produktion von 2,7 % gerechnet, wobei Wachstum in erster Linie außerhalb von Europa und Nordamerika erwartet wird.

Nach Beobachtungen der IKB sind vor allem jene Zulieferer erfolgreich und stabil, die

  • sowohl hinsichtlich Kundenstruktur und Produktionsstandorten angemessen diversifiziert sind,
  • ein attraktives und qualitativ hochwertiges Produktportfolio aufweisen, das sich relevanten Branchenentwicklungen anpasst, insbesondere dem Trend zu Elektromobilität, Elektronik und Software
  • ausreichende Flexibilität in der Kostenstruktur haben, um Nachfragerückgänge zu kompensieren.

Diese Eigenschaften sind essentiell, um durch das aktuell unsichere wirtschaftliche Umfeld navigieren und in Zukunft erfolgreich am Markt bestehen zu können.

 

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