[Healthcare, Pharma, Chemicals-Information vom 19. November 2020] Das Produktspektrum der Analysen-, Bio- und Labortechnik reicht von Messtechnik, Probenvorbereitung sowie -analyse über Verbrauchsmaterial bis hin zu kompletten Laboreinrichtungen und zur Laborinfrastruktur. Man könnte vermuten, diese Branche erlebe durch die Corona-Pandemie einen deutlichen Aufschwung. Doch dies ist nur zum Teil der Fall. Nach langen Jahren des Wachstums werden wir im Gesamtsegment in diesem Jahr zum ersten Mal einen Umsatzrückgang sehen.

2020 Umsatzrückgang aufgrund schwachen Auslandsgeschäfts

Der Branchenverband SPECTARIS erwartet 2020 einen Umsatzrückgang von 4 %. Damit werden die deutschen Anbieter in diesem Jahr rd. 9,11 Mrd. € erwirtschaften, davon 5 Mrd. € im Ausland. Zum Vergleich: In den Vorjahren 2016-2019 betrug die jährliche Wachstumsrate 6,5 %. Während der Inlandsumsatz bereits 2019 schwächelte, brach der Auslandsumsatz im 1. Halbjahr 2020 um fast 8 % ein. Verantwortlich waren hier vor allem ein Exportrückgang von 11 % in die EU, in die 40 % aller Ausfuhren gehen. Auch die 7 % Absatzsenkung nach Asien (25 % der Exporte) und 14 % nach Nordamerika (14 % der Exporte) schlagen negativ zu Buche. Nach zuletzt wieder steigenden Auftragseingängen prognostizieren die Branchenvertreter für das Gesamtjahr 2020 allerdings im Auslandsgeschäft nur ein Minus von unter 5 %. Die Umsätze im Inland dürften 2020 um 3 % schrumpfen.

Innovativer Mittelstand

Die 330 deutschen Anbieter von Analysen-, Bio- und Labortechnik sind stark mittelständisch geprägt. Die Branche gehört zu den innovationsstarken Industrien der deutschen Wirtschaft und ist im internationalen Umfeld ein bedeutender Player, was sich an einer Exportquote von deutlich über 50 % ablesen lässt. Viele der Unternehmen sind familiengeführt und oftmals Hidden Champions in ihrem Nischenmarkt.

Abnehmerbranchen verschieben sich

Auffällig ist, dass sich die Nachfrage in diesem Jahr verschoben hat: Im Schatten von Corona wurden bisher vor allem Verbrauchsgüter sowie Geräte zur Virusdiagnostik, Testkits, Sterilisatoren oder Technik und Laborausstattung für die Zellanalytik und Pharmaforschung gebraucht. Rückläufig hingegen war der Absatz insbesondere von Investitionsgütern für die Chemische Industrie inklusive Öl- und Gasbranche, Petrochemie sowie den Automotivesektor.

Auch innerhalb der Laborbranche in Deutschland ist das Bild differenziert. Die beiden Teilsegmente In-vitro-Diagnostika (IVD) und Life Science Research (LSR) mussten im letzten Jahr noch ein Minus im Umsatz verbuchen (IVD: -0,4 %, LSR: -1,6 %). Im ersten Quartal 2020 hingegen waren die Unternehmen sehr gefragt, um das SARS-CoV-2-Virus zu identifizieren, isolieren, aufzureinigen und nachzuweisen. Deshalb zeigte der LSR Markt bereits im ersten Halbjahr 2020 ein Umsatzwachstum von 12,5 %. Auch bei den IVD, die anfangs noch vom Rückgang der Routinetests negativ berührt waren, dreht sich die Nachfrage. Hier beginnen die für die Kontrolle der Corona-Pandemie erforderlichen zunehmenden Labortests den Rückgang bei den Routinetests langsam zu kompensieren. Innovationen in der COVID-19-Diagnostik werden das zweite Halbjahr 2020 bestimmen; so sind Antigentests bei IVD der Treiber. Demgegenüber profitieren die LSR-Unternehmen von Grundlagenforschung, Impfstoff- und Medikamentenentwicklung.

Mit der erwarteten Erholung der deutschen Wirtschaft wird im nächsten Jahr auch die Analysen-, Bio- und Labortechnik auf den Wachstumspfad zurückkehren. Die IKB erwartet mit einem Plus von 2-3 % allerdings geringere Zuwächse als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. 

Digitalisierung auch hier im Fokus 

Wie in sehr vielen andere Sektoren auch, spielt die Digitalisierung eine immer bedeutendere Rolle. Bei einer Branchenbefragung im September des Jahres bekamen alle Fragen zur stärkeren Nutzung digitaler Methoden bei Arbeitsumgebung, Vertrieb und Service die höchsten Zustimmungswerte. Nicht zuletzt eröffnen sich durch die Digitalisierung auch neue Geschäftsmodelle. Bisher werden noch überwiegend Informations-Plattformen für Service-Teile, Zubehör/Verbrauchsmaterial und digitale Betriebsanleitungen genutzt. Künftig können die stärkere Vernetzung von Geräten untereinander bzw. die Einbindung in die bestehende IT-Infrastruktur des Anwenders sowie die Nutzung und Weiterentwicklung von zahlungspflichtigen Smart Services beachtliches Potenzial bieten.

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