Ambulante Intensivpflege: wachstumsstark bei bisher geringer Regulierungsintensität

Von |2019-01-02T15:37:33+00:0019. Dezember 2018|Kategorien: Branchen & Rohstoffe|Tags: , , , , |

Markt wächst überdurchschnittlich

[Healthcare, Pharma, Chemicals-Information vom 19. Dezember 2018] Seit einigen Jahren nimmt die Bedeutung des Spezialsegments der Ambulanten Intensivpflege deutlich zu und erreichte zuletzt ein Umsatzvolumen von rund 4 Mrd. €. Die IKB schätzt, dass dieser Markt auch künftig  um ca. 7 bis 8 % pro Jahr wachsen wird. Etwa 70 % der Patienten der außerstationären Intensivpflege mit schweren Krankheitsbildern  werden – zum Teil beatmet – rund um die Uhr zu Hause betreut, ca. 30 % in Wohngemeinschaften. Haupttreiber der Nachfrage ist neben dem stetig steigenden Anteil der älteren Bevölkerung insbesondere der medizinische Fortschritt, der es heute zunehmend ermöglicht,
Pflegeleistungen vom stationären in den ambulanten Bereich zu verlagern. Darüber hinaus bewirkt die Änderung der Abrechnungssystematik  in den Krankenhäusern (DRG/Fallpauschalen) eine schnellere Entlassung in ambulante Betreuungsstrukturen.


Regulatorische Änderungen werden die Branche beeinflussen

Aufgrund des rasanten Wachstums in den letzten Jahren, zahlreicher neuer Marktteilnehmer sowie höherer medialer Aufmerksamkeit  rückt die ambulante Intensivpflege nun auch stärker in den Fokus von Krankenkassen und Politik. So führt seit diesem Jahr die neue Qualitätsprüfungsrichtlinie Häusliche Krankenpflege QPR-HKP zu regelmäßigen Kontrollen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Des Weiteren üben die Krankenkassen zunehmend Druck auf die Preise aus, indem sie Rahmenvereinbarungen abschließen anstatt Einzelpreise pro Patient zu verhandeln –  Pflegekosten von ca. 15.000 bis -25.000 € pro Monat sind keine Seltenheit. Wie im gesamten Gesundheits- und Pflegesektor stellt derzeit der Fachkräftemangel die größte Herausforderung dar. Dies erklärt auch den enormen Aufschwung der Intensiv- und Beatmungs-Wohngemeinschaften, da hier mehr Patienten pro Pflegekraft betreut werden können als bei der 24h-Pflege zu Hause, wo ein Betreuungsverhältnis von 1:1 besteht. Es wird spannend werden die weitere Professionalisierung der Branche in den nächsten Jahren zu beobachten, die einerseits durch steigenden Bedarf, andererseits aber auch durch Marktbereinigungsprozesse geprägt sein wird. Dazu zählen größere Unternehmenseinheiten durch Übernahmen und die Schließung von Betrieben mit niedriger Qualität.

Druckversion

Hinterlassen Sie einen Kommentar